Die alten Räume in der Osterburger Straße waren zu klein. Nun zog die Vineyardgemeinde mit ihrer Suppenküche um, was am Montagabend mit Wurstgulasch gefeiert wurde.

Stendal. Es duftet noch nach frischer Farbe, denn erst vor einigen Tagen wurde der letzte Pinselstrich gesetzt. Die Vine-yardgemeinde ist umgezogen - und mit ihr auch die Suppenküche. Von der Osterburger Straße ging\'s in die Gneisenaustraße 2, in die ehemalige Kfz-Zulassungsstelle. Doch an Autos und Behörde erinnert hier rein gar nichts mehr. Die Räume leuchten in hellem Flieder, die Stühle ganz in Lila. Mehrere Tische stehen nebeneinander - und im vorderen Bereich befindet sich ein Rednerpult.

Inzwischen drängen immer mehr Menschen in den Gemeinderaum. Es ist ein paar Minuten vor 18 Uhr. Gleich werden drei ehrenamtliche Helferinnen die Deckel der Warmhaltegefäße öffnen und viele Kellen Wurstgulasch an die Hilfsbedürftigen kostenlos verteilen.

Die meisten Besucher kennen sich und plaudern überschwänglich miteinander. Immer wieder wird zur Begrüßung auf die Tische geklopft und ein "Hallo" in die Runde geschmettert - oder gefragt: "Ach, du bist wohl neu hier?" Einige Menschen treibt der Hunger, viele kommen aber aus ganz anderen Gründen: "Wir machen nicht nur den Körper satt, sondern auch die Seele", fasst Michael Beyer, Vorsitzender der Vineyardgemeinde, zusammen. Und das kann Patrick Engel (20), dessen Mutter in der Suppenküche mithilft, nur bestätigen: "Ich finde das Beisammensein schön. Die Leute gefallen mir hier. Man kann sich unterhalten und kennenlernen."

An einem Tisch sitzt eine Seniorinnenrunde, die ständig die Köpfe zusammensteckt und herzlich lacht. Rund 40 Menschen sind gekommen, um die neuen Gemeinderäume einzuweihen - samt Spielzimmer. Seit November wurde fleißig gewerkelt. Der Umzug hatte einen bestimmten Grund, wie Michael Beyer erklärt: "Die Räumlichkeiten in der Osterburger Straße waren einfach zu klein. Auch die Küche war nicht angemessen ausgebaut. Jetzt haben wir den Platz."

Noch kann man sich nur vorstellen, wie die Küche wohl aussehen wird. Denn bis jetzt sind die Wände grau und kahl, Schutt und Werkzeug liegen in dem Raum herum. "Voraussichtlich im Sommer kann da-rin gekocht werden. Bis dahin lassen wir uns von der Arche mit Essen beliefern - für einen kleinen Obolus." Nach einem kurzen Gebet von Arche-Leiter Mario Tiesies ist das Buffet schließlich eröffnet - und die Menschen stellen sich an der Essensausgabe an.

Zum Fest des Tages gibt es Wurstgulasch mit Kartoffeln und Brötchen. Und das riecht nicht nur traumhaft, sondern schmeckt auch vorzüglich, wie Erhard Stiller verrät: "Tolles Essen. Es ist sehr lecker. Ich komme schon sehr lange hierher. Immer, wenn ich nach Stendal fahre, um Futter für meine Hunde zu kaufen, komme ich hier vorbei." Auch mit der neuen Innenansicht ist der 51-jährige Mann aus Klein Möringen mehr als zufrieden: "Es sieht sehr schön aus. Der Raum wirkt einladend mit diesen netten Farben. Es gefällt mir hier aber sowieso in dieser Gemeinschaft, weil das Klima gut ist und nie irgendjemand quer schlägt."

Seit fünf Jahren sorgt die Vineyardgemeinde dafür, dass hilfsbedürftige Menschen jeden Montag ab 17 Uhr ein warmes Gericht erhalten. Doch der wichtige Ausbau der neuen Küche ist teuer. "Rund 15 000 Euro betragen die Kosten", sagt Beyer. Das ist viel Geld, das die Gemeinde nicht so einfach aufbringen kann. Wer helfen will, kann spenden. Denn auch schon ein kleiner Betrag kann dazu beitragen, armen Stendalern den Magen und die Seele zu wärmen.

Spendenkonto:

Kreissparkasse Stendal,

BLZ: 810 505 55

Kto-Nr.: 3010036204

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