Das Theater der Altmark ist auf dem Weg der finanziellen Gesundung. Nach dem spektakulären 330 000-Euro-Defizit im Jahr 2009 schließt das TdA das Jahr 2010 mit einer Einsparung von knapp 30 000 Euro ab. Allerdings ist der Investitionsbedarf, zum Beispiel für einen neuen Bus, groß.

Stendal. "Vor einem Jahr musste ich Ihnen ganz furchtbare Dinge erzählen über den Jahresabschluss 2009", leitete Intendant Dirk Löschner am Dienstagabend seinen Redebeitrag im Kultur-, Schul- und Sportausschuss ein. Hier wie gleich anschließend im Finanzausschuss hatte Löschner Fakten zu berichten, die die Stadträte gern hörten.

Unter der finanziellen Jahresbilanz 2010 des Theaters der Altmark steht eine schwarze Zahl. Stellt man die Einnahmen aus Zuschüssen und Vorstellungserlösen den Ausgaben gegenüber, ergibt sich ein Plus von 29 600 Euro. "Die Stadt muss kein Defizit schultern", versprach der Intendant den Stadträten in die Hand. Nach dem schwarzen Loch in der Jahresbilanz 2009 in Höhe von 330 000 Euro eine wahrhaft gute Nachricht. Vor einem Jahr hatte die defizitäre Bilanz - die allerdings Löschners Vorgänger Markus Dietze anzulasten war - wie eine Bombe eingeschlagen und im Stadtrat Grundsatzdiskussionen unter dem Motto "Wieviel Theater können wir uns noch leisten?" entfacht.

Um einem erneuten Aus-dem-Ruder-Laufen der Theaterfinanzen vorzubeugen, wurde Löschner damals mit der Überarbeitung der Planungen für 2010 beauftragt. Zugleich stockte der Stadtrat seinen Zuschuss - laut Theatervertrag liegt er bei knapp einer Million Euro jährlich - um 150 000 Euro für 2010 auf.

Dass Dirk Löschner, der das TdA mit Beginn der Spielzeit 2009/2010 übernahm, sowohl Künstler als auch Betriebswirtschaftler ist, scheint sich jetzt auszuzahlen. "Wir haben eine Menge an Kosten einge-spart, aber auch mit 19 Premieren bei einem Ensemble von nur zehn Darstellern viel Programm geboten", legte der Intendant in der Ausschusssitzung dar.

Allein in der Stadt Stendal hätten die eigenen Einnahmen um 28 000 Euro höher gelegen als geplant. Anders bei den Abstechern. Dort seien die Erlöse im ersten Halbjahr 2010 stark eingebrochen und hätten sich erst im zweiten Halbjahr wieder erholt. Löschner führte das vor allem auf den im Sommer 2009 vollzogenen Wechsel in der Chefetage zurück, der die Einkäufer zunächst einmal zum Abwarten veranlasste. Zudem gebe es in Sachsen-Anhalt kaum noch Spielstätten mit einem Budget zum Einkaufen, aber drei Landestheater, die Produktionen anbieten. Das TdA, so Löschner, verstärke seine Angebote für die Altmark und liege in anderen Bundesländern wie Niedersachsen oder Schleswig-Holstein inzwischen recht gut im Geschäft.

Löschner bat die Ausschussmitglieder um Unterstützung dafür, dass das eingesparte Geld dem Theater nicht verloren geht. Unter weiteren Einsparungen würden sowohl der Betrieb seines Hauses als auch die Motivation seiner Mitarbeiter leiden.

Nach einer Anfrage aus dem Ausschuss bezifferte Löschner die Reparaturkosten für den 25 Jahre alten Theaterbus mit jährlich 6000 bis 10 000 Euro. Das altersschwache Gefährt "fällt bald auseinander", beschrieb er die missliche Lage, für die noch keine Lösung in Sicht sei. Nach Meinung Löschners wäre der Kauf eines gebrauchten Busses langfristig die güstigere Variante.