Zweimal im Jahr spricht die Kreishandwerkerschaft ihren Nachwuchs frei. Eine Tradition, die am Ende der drei- beziehungsweise dreieinhalbjährigen Lehrzeit in den handwerklichen Berufen steht und mit der Übergabe der Gesellenbriefe einhergeht. Am Mittwoch wurden 61 "Junggesellen" des Handwerks in der Stendaler Katharinenkirche feierlich freigesprochen. 76 junge Männer und Frauen hatten die Abschlussprüfungen im Februar bestanden.

Stendal. Die Verbeugung von Kreishandwerksmeister Hans Erich Schulze war - wenn auch nur symbolisch - sehr tief. Respektvoll sprach er die jungen Männer und Frauen, denen diese Festveranstaltung der Stendaler Kreishandwerkerschaft in der Katharinenkirche galt, als "Kollegen" an und bescheinigte ihnen "etwas Tolles" geleistet zu haben. Keine Hochstapelei, denn die Gesellenprüfung in einem Handwerksberuf zu bestehen, ist ebenso wenig ein Spaziergang wie der Ausbildungsweg, der in der Regel vor einer der Prüfungskommissionen endet.

93 junge Leute machten sich vor drei beziehungsweise dreieinhalb Jahren (je nach Beruf) auf diesen Weg. 76 erreichten das Ziel - die Freisprechung als Geselle im Handwerk, mit der verbunden ihnen am Mittwoch die Gesellenbriefe überreicht wurden. Als Ehrengäste erlebten das unter anderem der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Werner Festerling, und die stellvertretende Stendaler Landrätin Annemarie Theil mit.

Der Grundstein sei gelegt, um im Berufsleben Fuß zu fassen, ermutigte der Kreishandwerksmeister die Jung-Handwerker. Nun komme es auch auf sie an, mit Fleiß, Leistung und Qualität dem guten Ruf des Handwerks Ehre zu machen. Nun sei es aber auch an jedem von ihnen selbst, den Weg weiterzugehen, der bis zum selbständigen Handwerksmeister oder Ingenieur führen könne. Schulze hatte einige Beispiele von Lehrlingen vergangener Jahre parat, denen der Handwerker-Nachwuchs gern nacheifern dürfe. "Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diesem Weg viel Freude haben."

Dem schloss sich der Festredner der Freisprechung, der Osterburger Sparkassenleiter Steffen Seifert, an. Er sprach von der nun abgeschlossenen Handwerkerlehre als erstem Abschnitt im Berufsleben, denn: "Nur wenn Sie bereit sind, wie bisher viel zu lernen, werden Sie ihr Berufsleben meistern." Eigeninitiative sei gefragt, Leidenschaft für den und Kreativität im Beruf. Wer sich diese Tugenden zu eigen mache, habe auch in der Altmark beste Perspektiven. Seiferts Überzeugung: "Gut ausgebildete und motivierte Facharbeiter werden in Zukunft diejenigen sein, die hier Arbeit finden und auch gutes Geld verdienen können."