Ein Großbrand in sechs Lagerhallen in Tangermünde am Sonnabend richtete einen Schaden in Millionen-Höhe an. Acht Feuerwehren waren bis zum frühen Abend im Einsatz. Noch gestern war eine Brandsicherheitswache vor Ort. Ein Feuerwehrmann und eine -frau wurden leicht verletzt. Die Brandursache ist noch unbekannt.

Tangermünde. 125 Männer und Frauen aus acht Feuerwehren des Landkreises Stendal waren am Sonnabend in Tangermünde im Einsatz, um einen Großbrand zu löschen. Aus mehreren Kilometern Entfernung waren die schwarzen Rauchwolken zu sehen. Sechs aneinandergrenzende Lagerhallen auf einer Fläche von etwa 12 000 Quadratmetern brannten. "Das Feuer hat so rasant durchgezündet - so etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Tangermündes kommissarischer Wehrleiter Marko Mälitz einen Tag nach der Katastrophe. Deshalb sei es gar nicht möglich gewesen, noch etwas zu retten. Besitzer der Hallen ist seit 2008 Olaf Reihs, Unternehmer aus Tangermünde. Er hatte die Hallen, die laut Polizeiangaben großflächig mit Solartechnik versehen waren, vermietet. Vier davon nutzten die Milchwerke Stendal, eine das Tangermünder Unternehmen Milksnack und eine weitere die Firma Minda Industrienanlagen. Letztere hatte in ihrer angemieteten Halle zwei Anlagen untergebracht - für Kunden speziell zugeschnittene Technik - , die das Feuer ebenfalls nicht überstanden hat.

Ermittlungen erst, wenn die Ruinen kalt sind

Den Alarm soll nach Volksstimme-Informationen um 6.50 Uhr ein Milchwerke-Mitarbeiter ausgelöst haben. Rauch wurde der Leitstelle gemeldet. Die Polizeibeamten, die noch vor der Tangermünder Wehr am Einsatzort waren, machten sogar noch Fotos in der Halle. Doch bereits wenige Minuten späten loderten die Flammen. Die Tangermünder Kameraden forderten Verstärkung an. Zehn Minuten später rückten Stendal, Schönhausen und Miltern aus. Weitere zehn Minuten später wurde der Tangerhütter Trupp alarmiert, da eine weitere Drehleiter benö-tigt wurde. Die Wehren aus Fischbeck und Osterburg wurden 8.40 Uhr alarmiert. Zuletzt kamen noch die Wulkauer Kameraden zum Einsatz.

Von vier Drehleitern aus wurde der Großbrand gelöscht. Am Nachmittag war ein Großteil der Wehren wieder abgerückt. Gegen 19 Uhr zogen sich auch die Tangermünder Kameraden zurück. "Ein Fahrzeug bleibt jetzt noch als Brandsicherheitswache vor Ort", sagte Mälitz gestern. In Halle vier brenne es noch immer. Die Nachtschicht zum Sonntag hatten die Ortswehren übernommen. Am Sonntag waren wieder Tangermünder Kameraden vor Ort.

Da riesige Hallenwände eingestürzt sind und auf der Arneburger Straße liegen, weitere Mauern noch umfallen könnten, ist das Gelände weiträumig abgesperrt. Die Brandursachenermittler werden erst mit der Arbeit beginnen, wenn "der Ort kalt ist", sagte ein Polizeibeamter vor Ort. Bisher sei die Brand- ursache noch völlig unklar.

Zwei Feuerwehrleute leicht verletzt

Um den Großeinsatz koordinieren zu können, kam der Funktruppwagen des Landkreises zum Einsatz. Einsatzleiter war Tangermündes kommissarischer stellvertretender Wehrleiter Steffen Buddy. Aus der Rettungsleitstelle gab es Lob für die erst vor wenigen Tagen gebildete neue kommissarische Tangermünder Wehrleitung: "Aus unserer Sicht ist die Koordination sehr gut gelaufen."

Der Betreuungszug der Johanniter-Unfallhilfe hatte mit seinen Helfern die Versorgung der Kameraden übernommen, so dass am Sonnabend letztendlich 140 Männer und Frauen in der Elbestadt in Aktion waren. Zwei Kameraden wurden verletzt - eine Feuerwehrfrau an der Hand, ein Maschinist stürzte vom Podest.