Von Anke Hoffmeister

Tangermünde. Ein 44 Jahre alter Dachdecker war gestern Morgen kurz nach Arbeitsbeginn an der St. Stephanskirche vom Baugerüst gestürzt und tödlich verunglückt.

Wie die Polizei mitteilte, hatte er sich schwerste Verletzungen zugezogen. Ein Rettungshubschrauber, der angefordert worden war, wurde nicht mehr benötigt. Der Mann, so heißt es in der Meldung der Polizei, sei auf dem Weg in das Krankenhaus verstorben.

Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft, Gewerbeaufsichtsamt und Berufsgenossenschaft haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei berichtet, dass der Dachdecker aus einer Höhe von 13,5 Metern vom Baugerüst gefallen sei. Bärbel Löffler von der Gewerbeaufsicht bestätigte das und fügte hinzu, dass der erfahrene und langjährige Mitarbeiter der Tangermünder Dachdeckerfirma zwischen Gerüst und Kirchenwand in die Tiefe gestürzt sei. Nach ihrer Information habe jedoch niemand direkt gesehen, warum es zu diesem Unfall kam. "Es gibt keine Augenzeugen", sagte sie. Seine Kollegen hätten ihn nur noch fallen sehen.

Nachdem die eine Seite des Kirchendaches in den vergangenen Wochen neu eingedeckt worden war, waren die Handwerker gestern damit beschäftigt, die Folie von der anderen Dachhälfte zu entfernen, um hier den Kirchenbiber auflegen zu können. Um die Folie vom Dach zu nehmen, mussten zuvor die Latten gelöst werden, mit denen die Planen in den vergangenen Monaten befestigt waren. Der 44-Jährige habe, so Bärbel Löffler, oben auf dem Baugerüst gestanden und die Latten vom Dach entgegengenommen. Weshalb er plötzlich zusammen mit der Bohle des Baugerüstes in die Tiefe stürzte, ist derzeit noch völlig unklar.

Noch am Montag hatten die Dachdecker an derselben Stelle gearbeitet, waren auf diesem Gerüst unterwegs gewesen. Zur Spurensicherung waren die Kriminalbeamten vor Ort, die derzeit auch die Ermittlungen zum Großbrand in der Arneburger Straße leiten.