Stendal (nk). Deutschlands Hochschulen sollen sich wappnen: Etwa 30 000 bis 40 000 zusätzliche Studienanfänger seien wegen der Aussetzung der Wehrpflicht zu erwarten. Muss also auch Stendal sich auf einen Ansturm gefasst machen? "Noch haben wir keine Zahlen, weil der Bewerbungsschluss erst im Juli ist", sagt Prorektor Prof. Wolfgang Patzig im Volksstimme-Gespräch.

Worauf sich die Hochschule allerdings gefasst macht, sei der Bewerberzulauf, der sich aus dem doppelten Abiturjahrgang in Niedersachsen ergeben könnte. Daher werde es zum Wintersemester erstmals auch eine Zulassungsbeschränkung (Numerus clausus) für den BWL-Studiengang geben. Die Plätze in den anderen Studiengängen seien ohnehin schon zulassungsbeschränkt. "Davon soll sich aber niemand abschrecken lassen", bekräftigt Patzig, "wir werden unsere Kapazitäten so weit es geht ausnutzen."

Platzprobleme habe die Hochschule aber auch so, am Magdeburger und Stendaler Standort sei die Auslastung schon längst mehr als erreicht. "Hier in Stendal kommen wir noch knapp damit aus", so Patzig, "wir nutzen ja auch die Räume in der Breiten Straße und in der Winckelmannstraße." Unterrichtszeit von acht Uhr morgens bis 8 Uhr abends sowie Blockseminare am Wochenende schaffen zusätzlich Entlastung. "Wir haben uns auch die Räume der Vineyard-Gemeinde angesehen, wo bislang die Suppenküche war", so Patzig. Dort sei aber der Investitionsaufwand zu hoch.

Über mangelnde Attraktivität kann sich die Hochschule Magdeburg-Stendal jedenfalls nicht beklagen. Im vorigen Jahr hat es rund 1600 Bewerber gegeben, etwa ein Viertel konnte aufgenommen werden. Zirka 30 Prozent der Studenten kommen aus westlichen Bundesländern. "Dieser Trend freut uns", sagt Patzig, "denn bislang war es ja eher so, dass die jungen Leute den Osten verlassen. Jetzt zieht er sie an."