Tangerhütte (bsh). Auf die rund 170-jährige Tradition der Tangerhütter Gießerei "TechnoGuss" verwies Geschäftsführer Rüdiger Schulz während eines Besuches von Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD). Gemeinsam mit der Kandidatin für den Wahlkreis 05, Rosemarie Dizner, und Ortsbürgermeister Gerhard Borstell, sowie flankiert von Kamerateams des ARD-Hauptstadtstudios Berlin und des MDR, besuchte er Ende voriger Woche das Eisenwerk. Nach der Wirtschaftskrise mit Kurzarbeit und vielen Einschnitten habe das inzwischen wieder Fahrt aufgenommen. "Die Kurzarbeit ist seit Februar vorbei, aber sie hat uns gut geholfen, sonst wäre es wohl schwer geworden", sagte Rüdiger Schulz. 170 Beschäftigte und 15 Azubis gehören derzeit zum Team der TechnoGuss, die sich vor allem mit hochspezialisiertem Handformguss einen Namen gemacht hat. "Tangerhütte ist technologisch gefragt", sagt Schulz.

Nachdem die Produktion wegen mangelnder Nachfrage in den zurückliegenden Jahren deutlich zurückgefahren werden musste, geht man in diesem Jahr erstmals wieder von deutlichen Produktionssteigerungen aus. Um die 12 000 Tonnen sind für 2011 anvisiert. Die Kapazität des Werkes, dessen schwerstes Gussstück aktuell eine 11-Tonnen-Seiltrommel für den Schiffbau ist, sei damit aber noch nicht erreicht. Die liegen derzeit bei 15 000 bis 17 000 Tonnen pro Jahr. Seit der Investition in einen neuen, größeren Schmelzofen vor drei Jahren kann jetzt zeitgleich aus drei Öfen Material für Gussstücke mit bis zu 12 Tonnen Gewicht bereitgestellt werden, erläuterte der Geschäftsführer.

"Ich kenne dieses Unternehmer über lange Jahre und ich freue mich vor allem für die Region, dass es hier wieder vorangeht. Wenn dieser Betrieb Schwierigkeiten hat, dann schlägt das schließlich auf die ganze Stadt durch.", sagte Jens Bullerjahn.