Stendal (wbi). In der gestrigen Fortsetzung des Prozesses um Drogenhandel durch zwei Männer und eine Frau aus Stendal sagten zwei Frauen als Zeugen aus. Sie kennen den Hauptangeklagten Wladislaw K. (21) gut, machten aber recht widersprüchliche Angaben.

Zum einen eine Sozialarbeiterin (54) des Jugendtreffs "Teestube Maranata" und zum anderen die 22-jährige Exfreundin, die sechs Jahre mit ihm zusammen war. Während die Sozialarbeiterin K. als "Jungen, den man einfach gern haben muss", bezeichnete, den sie schon als Kind kennengelernt habe, wich die Einschätzung der Exfreundin doch erheblich davon ab.

"Die Beziehung war schwer", sagte sie. Er war demnach 12 und sie 13 Jahre alt, als sie sich kennenlernten und seitdem zusammen lebten. Anfangs sei alles harmonisch gewesen. "Stück für Stück hat er sich total verändert." Er habe Drogen genommen, sie zumeist geraucht. Ab 2007 habe es oft Streit gegeben. "Er ist gewalttätig und hat öfter zugeschlagen." Später räumte sie auch Schläge ihrerseits ein. 2009 habe sie ihn rausgeworfen, weil er eine "Neue" hatte.

Gestern sagte auch ein 27-Jähriger aus, der am Freitag als Zeuge nicht erschienen war. Der selbst wegen Drogenhandels verurteilte Stendaler hatte vor der Polizei ausgesagt, dass Wladislaw K. ihn geschlagen habe, weil er Schulden aus Drogengeschäften bei ihm hatte. Daran konnte oder wollte sich der Zeuge gestern aber nicht mehr so recht erinnern.

Auch bei Fragen zu weiteren Vorfällen, bei denen K. dabei gewesen sein soll und bei denen Gewalt eine Rolle spielte, wollte sein Gedächtnis nicht funktionieren. Es war dem 27-Jährigen anzumerken, dass ihm in seiner Rolle als Belastungszeuge unwohl war. Auf Fragen gab er ausweichende und verwirrende Antworten, sodass Gericht und Staatsanwaltschaft schließlich aufgaben.

Letztlich ging es gestern noch um die Schuldfähigkeit der beiden Hauptangeklagten. Der psychiatrische Sachverständige Prof. Dr. Jürgen-Helmut Mauthe bescheinigte Mathias K. (27) und Wladislaw K. volle Schuldfähigkeit, sprach sich aber dafür aus, Wladislaw K. im Maßregelvollzug zur Drogentherapie unterzubringen.

Am Mittwoch könnte es zu den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung kommen.