Laufgruppe Haeder, Äthiopien-Kinderhilfe, Schulprojekte: Das Leben von Gerd Engel dreht sich stets um andere. Am Sonnabend feiert er seinen 70. Geburtstag und wünscht sich zu diesem Anlass keine Geschenke, sondern Spenden für seine Projekte.

"Schreibt mal nicht so viel über mich, denn das, was ich mache, ist meine innere Überzeugung im Interesse der Bedürftigen. Diese Einstellung gibt mir Kraft und Optimismus und ist keine Selbstdarstellung, was manchmal von Neidern zu hören ist", sagt Gerd Engel, der am Sonnabend seinen 70.Geburtstag feiert.

Wer Gerd Engel kennt - und das dürften nicht nur in der Region, sondern inzwischen auch weltweit ziemlich viele sein -, verbindet seinen Namen mit der Gründung der Laufbewegung im Landkreis und der Gründung der Laufgruppe "Haeder", die er über 25 Jahre geleitet hat. In dieser Funktion hat er viele Bürger aller Altersklassen zum Laufen angeregt und hat mit der Teilnahme der Sportler an den unterschiedlichsten Laufveranstaltungen auch die Stadt Stendal würdig vertreten und bekannt gemacht.

Mit der Eintragung in das "Goldene Buch" der Stadt wurde ihm Dank gesagt. Von den vielen Freizeitstunden, die Gerd Engel für die Organisation im Verein, für die Planung der Wettkämpfe - wie die rund 200 Volksläufe im Landkreis -, Reisen und Versorgung der Sportler aufgebracht hat, spricht er nicht.

"Als ich das Elend sah, war mir klar: Ich muss helfen"

Er bedankt sich bei seiner Frau Liesel, bei den Sponsoren und Sportlern, die seine Aktivitäten unterstützen. Hilfe und Unterstützung gewährte er auch den Lauffreunden, die zum Beispiel in Ägypten, Griechenland, Süd-Afrika, in der Mongolei, den USA und anderen Ländern große Laufveranstaltungen durchführen wollten. Dabei legt er Wert darauf, dass er sein Wissen und Organisationstalent ohne finanzielle Zuwendungen zur Verfügung stellt und auch die Reisen aus eigener Tasche bezahlt.

"Durch meine Reisen habe ich auch die Armut in vielen Ländern kennengelernt und deshalb auch viele Sportveranstaltungen genutzt, um durch Spenden und Sponsoren auch auf sozialem Gebiet hilfreich zusein", sagt Engel. Und immer wenn er seine Beweggründe, armen Menschen, speziell in afrikanischen Ländern, helfen zu wollen, trifft er auf große Zustimmung. "So konnte ich bei meinen Besuchen in Ägypten, wo ich etliche Läufe organisiert habe, vielen Bedürftigen zum Beispiel Brillen, Schulmaterialien und Dinge des täglichen Bedarfs überreichen", erzählt der Menschenfreund.

Diese Hilfsbereitschaft hat sich vor einiger Zeit auch auf das arme Äthiopien ausgedehnt. Als Gerd Engel an einer Laufveranstaltung in diesem Land teilnahm, war er erschüttert, unter welch ärmlichen Bedingungen die Menschen, und speziell die Kinder, dort leben müssen. "Als ich dieses Elend sah, war mir klar, hier helfen zu müssen." Bald fand er in Stendal engagierte Mitstreiter und kurbelte nach der Gründung der "Äthiopien Kinderhilfe" Solidaritätsaktionen, speziell für den Schulneubau in einem Dorf unweit von Addis Abeba an.

"Ich habe bewegende Dankesszenen erlebt"

Unentwegt nutzt er Aufrufe, Gespräche, Kontakte zu Gleichgesinnten, aber auch Vorträge in Schulen und die unterschiedlichsten lokalen Feste, um das Vorhaben zu schildern und dabei um Spenden zu bitten. Die Trödelverkaufsbasare auf Straßen- und Dorffesten erbrachten auch Spendenmittel für dieses Schulprojekt. Sogar Mittel aus den Startgeldern bei Sportveranstaltungen flossen in den Spendentopf. Genauso wie das Geld, was er sich statt Geschenken zu seinem Geburtstag erbittet.

"Bei der Einweihung der ¿Marathon\'-Schule in Äthiopien habe ich bewegende Dankesszenen und Kinder mit freudigen Augen erlebt, als wir Schultaschen und Schreibmaterial übereichten", erzählt Engel. Da die Besoldung der Lehrer ungeklärt ist, übernahm er die Kosten für eine Lehrkraft. "Seit dieser Zeit habe ich auch eine Patenschaft über ein äthiopisches Waisenkind übernommen."

Gegenwärtig richten sich die Aktivitäten auf Spenden, die für ein zweites Schulprojekt gedacht sind, welches den Namen "Stendal" tragen wird. Bei der Einweihung im April werden Gruppenmitglieder der Kinder-Hilfe dabei sein.

Um die dortigen Schulkapazitäten, besonders für ältere Schüler, erweitern zu können, werden Engel und seine Mitstreiter ihre Hilfsaktionen fortführen. "Daher bitten wir die Bürger, uns neben finanziellen Zuwendungen auch Trödeldinge zu überlassen, die wir auf Basaren anbieten können", wünscht sich Gerd Engel.

Interessenten mögen sich unter der Telefonnummer (01 73) 63 26 518 melden.