Die Kinder des Tangerhütter Hortes an der Grundschule sorgen sich um das Schicksale der Menschen, die von den Naturkatastrophen in Japan betroffen sind, und überlegten, was sie selbst tun können. Mit einem Spielzeugbasar leisten sie jetzt einen kleinen Beitrag, um im Krisengebiet von Erdbeben und Tsunami zu helfen.

Tangerhütte. Die Bilder, die seit dem Wochenende über die Fernsehbildschirme flimmern, und die Nachrichten aus den Radios beschäftigen auch die Kinder, das merkten die Erzieher des Tangerhütter Grundschulhortes gleich Anfang der Woche. Am Montag sprachen sie über das, was dort, weit weg, passiert ist. Die Bilder aus dem Internet und Spendenaufrufe in der Volksstimme bewegten sie, selbst aktiv zu werden.

"Unsere Erstklässler hatten vorgeschlagen, Brötchen und Schnitten nach Japan zu schicken, weil die Menschen dort nichts mehr zu essen haben", erzählen Erzieherin Anka Klawitter. Sie druckte auch Bilder und Informationen für die Kinder aus, sprach mit ihnen auch über das Thema Atomenergie und setzte mit ihren Kolleginnen die Idee vom Basar um. Im Gespräch mit den Kindern stellte sich schnell heraus, dass der Transportweg für die Unterstützung mit Lebensmitteln von Tangerhütte aus viel zu lang wäre.

Also kamen die Dritt- und Viertklässler auf die Idee, Geld zu sammeln und zwar, indem sie ganz persönliche Dinge aus ihren Kinderzimmern spendeten: Bücher, Kuscheltiere, Spielzeugautos und Schmuckdosen landeten auf dem Tisch, der im Eingangsbereich des Hortes aufgebaut wurde. Direkt darüber hing ein Plakat mit der Aufschrift "Wir spenden für Japan" und zahlreichen Bildern von der Katastrophenregion.

Der Aufruf zur Spielzeugspende erfolgte am Dienstag, der Basar fand am Mittwoch statt. Und: Alle hatten Geld mitgebracht, um sich dort auch etwas zu kaufen. Einige Kinder, wie Giovanni Kleinau und Norman Fahrenholz, gaben ihr übriggebliebenes Geld, für das sie Spielsachen kaufen wollten, einfach als zusätzliche Spende für Japan.

"Decken und Verbandszeug müssen für die Menschen in Japan gekauft werden", weiß Marie Hanke, die sich gleich mehrere Bücher kaufte. Und auch Cathy Brökemeier hatte beide Hände voll: Eine Puppe und einen großen bunten Stofflöwen hat sie sich ausgesucht. "Der Löwe ist für meine kleine Schwester Hailey, die ist vier", erzählt sie. Innerhalb weniger Minuten war der Spielzeugbasar des Hortes praktisch ausverkauft.

Am Ende waren 75 Euro zusammengekommen, die Hortbetreuerin Anka Klawitter gleich am Abend auf ein Konto des Deutschen Roten Kreuzes überwies, damit es den Opfern möglichst schnell zugutekommen kann.

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