Vieles sei schon besser geworden, einiges noch zu tun. Dieser Meinung über den Busverkehr in Stadt und Landkreis Stendal waren beide Seiten einer konstruktiven Gesprächsrunde am Donnerstag dieser Woche in Stendal: Kreisseniorenvertretung und Stadtseniorenrat auf der einen, Landkreis und die Firma Stendalbus auf der anderen Seite.

Stendal. Mit dem neuen Fahrplan im Sommer dieses Jahres sollte manches Problem aus der Welt sein. Davon ist Riccardo Ulbrich vom Sachgebiet Öffentlicher Personennahverkehr des Landkreises Stendal überzeugt. Zusammen mit Thomas Chrzanowski und Klaus-Peter Schröter vom Buslinienbetreiber Stendalbus stellte er sich am Donnerstag den Fragen und Problemen der Seniorenvertretungen von Stadt und Landkreis Stendal.

Auf der Wahlversammlung der Kreisseniorenvertretung im Januar dieses Jahres habe es noch heftige Kritik am neuen Buslinienbetreiber gesetzt, blickte Vorsitzender Dr. Manfred Kessel zurück. Seither habe sich vieles bewegt und zum Besseren verändert. Besonders lobte er die im Februar in Regionen mit Rufbussystem eingeführten festen Busfahrten an bestimmten Wochentagen in die Städte, die von Senioren zum Einkaufen oder für Arztbesuche genutzt werden.

Startprobleme zum Teil überwunden

Allerdings, so schränkte er ein, sei die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum häufig so mangelhaft, dass man an den Bustagen keine Termine bekommt und doch auf den Rufbus angewiesen sei. In diesem Zusammenhang sei vor allem aus dem Havelberger Bereich Kritik laut geworden, die Rufbuszentrale sei zum Teil nicht erreichbar oder bestellte Busse würden nicht kommen.

So etwas dürfe natürlich nicht passieren und sei wohl den Startproblemen von Stendalbus zuzurechnen, meinte Riccardo Ulbrich. Auch die Ortsbürgermeisterin von Jederitz, Beatrix Groos, bestätigte, dass sich im Raum Havelberg inzwischen vieles "ganz gut eingepegelt" habe einschließlich der Verbindung nach Schollene. Manche Senioren würden jedoch Haltestellen an Einkaufsmärkten vermissen.

Die für ältere Leute schlecht lesbaren Fahrplanaushänge sollen, so versprach Ulbrich, künftig anders gestaltet werden. Für die von Rufbussen bedienten Dörfer an der Strecke Wittenmoor/Vinzelberg/Insel kündigte er mit dem Fahplanwechsel im Sommer feste Einkaufsfahrten nach Stendal an.

Lange Fahrten durch die Stadt

Wolfgang Kruse, Vorsitzender des Stadtseniorenrats Stendal, sprach die schon häufig kritisierten langwierigen Fahrten der Stadtbuslinien von Stadtsee über Nord in die Innenstadt an. Der Landkreis sei derzeit noch mit der Stadt im Gespräch über die Änderung von Streckenführungen durch die Innenstadt, entgegnete Riccardo Ulbrich. Ob und wie diese modifiziert werden, sei noch nicht entschieden.

Bei Problemen und zur Bestellung von Rufbussen ist die Mobilitätszentrale von Stendalbus im Stendaler Hauptbahnhof Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr und Sonnabend von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer (0 39 31) 68 99 555 erreichbar.