Osterburg. Zum Abschluss seiner neunjährigen Amtszeit besucht Ministerpräsident Wolfgang Böhmer alle Landkreise. Gestern startete er seine Abschiedstour - in Osterburg. Böhmer nutzte seinen letzten Auftritt als Landesvater in der Ostaltmark, um mit Landrat Jörg Hellmuth und den Bürgermeistern der Einheits- und Verbandsgemeinden über ihre Erfahrungen mit der Gebietsreform zu sprechen.

Einhelliges Resümee der Bürgermeister: Grundlegend sei die Reform positiv. Befürchtungen aus dem Vorfeld der Reform, die eingemeindeten Orte würden ihre Identität verlieren, hätten sich nicht bewahrheitet. Havelbergs Bürgermeister Bernd Poloski, dessen Kommune sich bereits Jahre vor der Gebietsreform mit umliegenden Orten zu einer Einheitsgemeinde zusammenschloss, bestätigte Böhmer zudem, dass eine Einheitsgemeinde effizienter verwaltet werden könne, als zuvor die Gemeinschaft mehrerer eigenständiger Kommunen. "Das war ja auch das eigentliche Anliegen der Gebietsreform", stellte Böhmer klar. Landrat Jörg Hellmuth hob gegenüber dem Ministerpräsidenten hervor, dass die Arbeitslosenquote in der Region innerhalb der neunjährigen Amtszeit Böhmers deutlich reduziert werden konnte. Im April 2002 hatte die Quote altmarkweit bei 20,3 Prozent gelegen, im Februar 2011 betrug sie 14,3 Prozent. "Die Aufholjagd ist aber noch lange nicht abgeschlossen", betonte Hellmuth. Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und zu erhalten, sei auch weiterhin ähnlich vordringlich wie die Aufgabe, den Einwohnerrückgang in der Region zu stoppen. Hellmuth bedankte sich bei Böhmer für die gute Zusammenarbeit und überreichte dem schmunzelnden Ministerpräsidenten eine Baumschere.

Nur kurze Zeit später durfte sich Böhmer über ein weiteres Geschenk freuen. Der Landessportbund, der sich beim Noch-Regierungschef für dessen stete Unterstützung auch in Sachen Sportschule bedankte, überreichte einen Gutschein für ein Wellness-Wochenende. Das soll Wolfgang Böhmer mit seiner Ehefrau in der Landessportschule Osterburg genießen.