Ungewöhnlich lange, emotional und aufgewühlt, verlief am Wochenende die Jahreshauptversammlung des Stendaler Schützenvereins "Diana". Die finanzielle Situation der Schützen war diskussionsträchtiges Hauptthema.

Stendal. Eine gute Nachricht vorweg: Zum Auftakt konnte Frank Jakobitz, zuständig für die Finanzen, den 55 Mitgliedern im vollbesetzten Saal des Schützenhauses am Akazienweg mitteilen, dass sich der Verein trotz rückläufiger Spenden und Ausgaben für Startgelder, Investitionen, Traditionspflege und Versicherungen auf einer soliden finanziellen Grundlage bewegt.

Im Rahmen der Finanzdiskussionen kam es dennoch zu erregten Wortmeldungen. Die Schützenbrüder sind erbost, dass ihr ehemaliger König und Vorsitzender einige hundert Euro veruntreut und dem Verein dadurch Schaden zugefügt habe. Einstimmig wurde deshalb beschlossen, den Verursacher, der sich weigere, den Schaden zu begleichen, in Unehren aus dem Verein auszuschließen und dies schriftlich an der Königstafel zu vermerken.

Die bisherigen Schützenkönige des Vereins haben sich gleichzeitig bereiterklärt, je 20 Euro zur Schadensbegrenzung zu spenden. Kassenprüfer Rudi Breyer verwies darauf, dass die Finanzlage nach vielen Bemühungen in den vergangenen Jahren aus der Schräglage gebracht wurde und eine Entlastung des Vorstandes erfolgen könne.

Torsten Seide, der seit 1995 dem Vorstand angehört und die Geschicke des Vereins als amtierender Vorsitzender leitete, aber sich nicht mehr zur Neuwahl stellte, ergriff danach das Wort. Er schilderte bewegend, aber auch in seiner lockeren Art noch einmal die Höhepunkte der vergangenen Jahre und meinte zusammenfassend: "Wir haben oft gestritten, gelacht, gekämpft, viel geschaffen, schöne Freizeitstunden erlebt, aber auch beachtliche sportliche Erfolge erzielt. Wir lassen uns durch negative Ereignisse nicht von unserem geliebten Sport und dem Gemeinschaftssinn abbringen." Mit tosendem Beifall empfing er den Dank für seine Bemühungen.

Die Wahl des neuen Vorstandes erfolgte erstmalig in der Geschichte des Vereins in geheimer Abstimmung. Vier der sechs Bewerber mussten die meisten Stimmen auf sich vereinen, um im Vorstand mitarbeiten zu können. So schauten alle gespannt auf Kristin Nix, die die Stimmenauszählung auf der Tafel dokumentierte. Mit einem donnernden "Gut Schuß!" empfingen Kathrin Hallmann, Mark Crusius, Frank Jakobitz und Harald Kamer schließlich die Glückwünsche der Schützenbrüder.

Harald Kamer, der als neuer Vorsitzender den Verein führen wird, meinte: "Es liegen schwere Aufgaben vor uns und deshalb hoffen wir auf eine breite Unterstützung durch die Mitglieder. Wir wollen uns als Verein in der Öffentlichkeit, bei Vergleichen mit anderen Vereinen und bei der Traditionspflege würdig präsentieren." Seine erste Amtshandlung war die Beförderung bewährter Mitglieder.

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