Stendal. Finanzielle Sorgen treiben derzeit den Altmärkischen Tierschutzverein um. Der Träger des Tierheims Stendal-Borstel bekommt zu spüren, dass weniger Spenden und Zuschüsse in die Kasse fließen. Das ist die Bilanz des Vorsitzenden Dieter Lusznat, der die Vereinsmitglieder zur Jahresversammlung eingeladen hatte.

Auch wenn sich dieser Zustand demnächst etwas abmildern wird, wenn einige Gemeinden ihren Zuschuss- verpflichtungen nachkommen, bleibt die Lage dennoch prekär. Schwer belastet wird die Vereinskasse durch die gestiegenen Tierarztkosten um rund 5000 Euro und beim Futterkauf um fast 2000 Euro gegenüber 2009. "Allein für die Kastration der Straßenkatzen mussten fast 10000 Euro vom Tierschutzverein aufgebracht werden, obwohl für die Kommunen Haftpflicht bei der Eindämmung der Katzenvermehrung besteht", sagte Dieter Lusznat. "An der Lösung dieses Problems müssen wir und die Bürger weiterhin zusammen arbeiten."

Erfreut zeigte sich der Vereinsvorsitzende, der auch als Tierheimleiter fungiert, über die Zahl der Mitglieder: 270 Altmärker unterstützen den Verein. "Ihnen und den Aktiven in den Ortsgruppen in Tangermünde, Osterburg und Tangerhütte gilt unser besonderer Dank für ihren Einsatz in der Freizeit", sagte Lusznat. Weitere interessierte Tierfreunde seien jederzeit gern gesehen.

Als Leiter des Tierheimes wies Lusznat darauf hin, dass im vergangenen Jahr 728 Tiere (94 mehr als im Jahr zuvor) aufgenommen wurden. Davon wurden 404 Tiere vermittelt. "Nachdenklich stimmt uns, dass mehr Katzen und Hunde als 2010 aufgenommen werden mussten, die ausgesetzt oder vergessen worden sind."

Wegen Verstößen gegen das sogenannte Kampfhundegesetz wurden zudem neun Hunde eingewiesen. Mit Unterstützung der Stadt wurden zu diesem Zweck neue Zwingeranlagen mit Ausläufen gebaut.

"Dank der guten Zusammenarbeit mit dem Berufsbildungswerk erfolgt im Tierheim die Ausbildung als Tierpfleger", erinnerte Dieter Lusznat. "Und diese Einrichtung ist es auch, die demnächst den 150000 Euro teuren Bau einer Quarantänestation übernimmt."

In Tangermünde laufen derweil Bemühungen, eine Katzenauffangstation zu errichten.

Zu seiner Mitgliederversammlung hatte der Altmärkische Tierschutzverein auch wieder einen Gast eingeladen. Tierärztin Grit Kiesow, die in ihrer neu eröffneten Praxis neben der Schulmedizin auch homöopathische Behandlungsmethoden für Tiere anwendet, hielt einen Vortrag und stellte Möglichkeiten vor, wie die Tierhalter auch zur psychischen Heilung der Tiere beitragen können.

Über gute Resonanz in der Bevölkerung kann sich der Verein offenbar nicht beklagen. "Erfreulich ist, dass immer mehr Bürger und Sponsoren Anteil an unserer Arbeit nehmen, was wir auch beim Tierheimfest, bei den täglichen Besuchern unserer Einrichtung, aber auch bei unserem Auftreten im benachbarten Hunde-sportverein, beim Flugplatz-und Stadtseefest spüren", stimmte Dieter Lusznat die Versammelten zum Schluss zuversichtlich. Nächste Gelegenheit, das Tierheim kennenzulernen, ist das Tierheimfest im Juli.