Stendal. Sie sind keine Debütantinnen und proben nicht für den Wiener Opernball, aber was die 75 Damen aus den drei Tanzgruppen des Behinderten-, Rehabilitations- und Seniorensportvereins (BRS SV) kürzlich mit einer speziellen Polonaise elegant auf dem Parkett im "Haus am See" zeigten, wäre sicherlich auch auf den berühmten Bällen gut angekommen. Angeführt von den drei Tanzgruppenleiterinnen, Sigrid Kämpfe, Marlies Kaspareit und Doreen Trollius, Mitglieder im Bundesverband des Seniorentanzes, bewegten sich die Mitglieder bei musikalischer Begleitung als Solistinnin, in Paaren oder Formation in verschiedenen Richtungen über die Tanzfläche.

Die Gruppen eröffneten beeindruckend die kleine Feier, anläßlich des 15-jährigen Bestehens dieser Abteilung des BRS SV Stendal. Am 7. März 1996 gründete die verstorbene Gerda Gronostay, als Leiterin der Rheumagruppe, mit sieben Tanzbegeisterten die Gruppe. Die Gruppe wuchs beständig und zeigte bei öffentlichen Anlässen ihr Können. Höhepunkte stellten im Jahr 2001 die Auftritte in Leipzig auf der Messebühne und das Tanzen mit hunderten Tänzerinnen auf dem Tanzfest des Bundesverbandes in Hannover dar. Im März 2002 wurde eine zweite Gruppe gegründet und weitere Auftritte folgten beispielsweise im Schloß Schönfeld und beim Tag der Rheumakranken in Bad Suderode. Bedingt durch Unstimmigkeiten trat die Gruppe zum 1. Januar 2005 dem BRS SV mit wachsener Mitgliederzahl bei, so daß die erste Tanzlehrerin Sigrid Kämpfe Unterstützung erhielt und damit eine dritte Übungsgruppe gebildet werden konnte. Im Jahr 2006 feierten die Aktiven das 10-jährige Bestehen.

Getanzt wurde auch auf dem Schiff bei der Dampferfahrt auf der Elbe und beim Sachsen-Anhalt-Tag. Im Jahr darauf erhielten die drei Gruppen den Sportförderpreis. Im Laufe der Jahre erweiterte sich das Repertoire in den verschiedensten Tanzarten, was bei den Auftritten im Integrationsdorf in Arendsee, auf Sommerfesten, in Seniorenheimen unter Beweis gestellt und stets mit viel Beifall bedacht wurde. Neben dem Tanzen, das Wohlbefinden, die Koordination und Beweglichkeit fördert, stärken sie das Zusammengehörigkeitsgefühl durch Kutschfahrten oder Spielabende.