Ein gigantisches Laufereignis erlebte die kleine Elbestadt Tangermünde gestern bei herrlichem Frühlingswetter. Die wenigen Organisatoren (14 an der Zahl) waren begeistert von der Wetterwende. Sie sorgte für beste Laune bei den etwa 1400 gemeldeten Teilnehmern des 4. Elbdeichmarathons und ideale Bedingungen.

Tangermünde. "Ich war erst etwas traurig, als ich gehört habe, dass der Marathon von der Innenstadt an den Hafen verlegt wird", sagt Bodo Henze aus Tangermünde am Sonntagmorgen. "Allerdings muss ich zugeben: Die Idee war klasse. Das Flair hier unten ist einfach prima, bei dem Wetter ganz besonders."

Mehr als 1400 Läuferinnen und Läufer haben sich an diesem 10. April für einen der fünf Läufe angemeldet. Viele sind zum wiederholten Male dabei. Auch Bode Henze kennt die Strecke. Etliche Laufvereine aus der Altmark, Brandenburg und Börde sind vom ersten Lauf an dabei, ziehen andere Laufbegeisterte mit an die Elbe.

"Besonders Carsten Birkholz hat Tolles geleistet", lobt Thomas Schulze vom Elbdeichmarathon-Verein seinen Vereinskollegen. Der Student für Wirtschaftsingenieurwesen hatte am Ende den Hut für dieses Ereignis auf. Besonders die vergangenen drei Tage waren mit extremer Anspannung verbunden. Zeit zum Ruhen gab es kaum. "Mein Telefon klingelt fast ununterbrochen", berichtet der junge Mann. Und doch wirkt er entspannt und gelassen. Ein Grund: Mit Sicherheit die Entscheidung, von der Innenstadt an den Hafen zu gehen.

"Sie haben die Veranda unserer guten Stube, der Innenstadt, gewählt", so Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz in seiner Eröffnungsrede. Der Blick von hier auf die Stadt ist faszinierend. Opitz weiter: "Der Verein hat Riesen-Arbeit geleistet. Nur durch Ehrenamt ist das möglich." Das bestätigt auch Carsten Birkholz am Rande des Lauftrubels: "Wir alle vom Verein haben nichts davon. Wir tun es, weil wir den Laufinteressenten etwas bieten möchten." Dafür opfern sie jede Menge Zeit und Kraft.

Doch so ganz ohne geht der 4. Elbdeichmarathon für die 14 Vereinsmitglieder dann doch nicht aus: Sie haben zuverlässige Partner für die Zukunft gewonnen, Partner, bei denen sie wissen, dass sie auch weiterhin den Lauf unterstützen und begleiten werden. Sie alle präsentierten sich gestern mit Zelten und Pavillons auf dem großen Gelände am Hafen, boten Informationen, Hilfe und Unterhaltung an.

Während nach und nach die Marathon- und Halbmarathonläufer das Ziel erreichen, auch die 10-Kilometer-Läufer bei strahlendem Sonnenschein den Tangermünder Hafen, die Elbe und Elbaue kennengelernt haben, haben es sich viele Familien und Paare auf der Wiese an der Burgmauer bequem gemacht. Decken sind ausgebreitet. Erste Sonnenstrahlen werden erhascht. Kinder tummeln sich auf den dort aufgestellten Spielgeräten. "Der ideale Platz", sagte Anna Winter. Sie hat es sich hier mit Töchterchen Elisa (4) gemütlich gemacht. "Mein Freund läuft den Halbmarathon", verrät sie.

Wie in den Jahren zuvor wird den Läufern entlang der Marathondistanz nicht nur Essen und Trinken geboten. In Buch und Bölsdorf herrscht mächtig Stimmung. "Gigantisch. Das muss man einfach erlebt haben", sagt einer der Läufer, der zum ersten Mal dabei war.

Am frühen Nachmittag gibt es noch jede Menge Beifall für die Kinder und Schüler. Sie werden in zwei verschiedenen Läufen ins Rennen geschickt. Im Übrigen erhält jeder Teilnehmer des Elbdeichmarathons erstmals in diesem Jahr eine Medaille. "Guck mal, die glänzt richtig schön", ist Alexander (6) begeistert.