Metallrestaurator Sebastian Anastasov und sein Kollege Thomas Herrmann werkeln hoch oben auf den Portalsäulen, die die großen Tore zum Ehrenhof vor dem Tangerhütter Neuen Schloss halten. Dort sind seit gestern wieder die 100 Jahre alten Agaven angebracht, die als schmuckes Detail Teil der Bemühungen um den Erhalt der alten Fabrikantenvilla sind.

Tangerhütte. 15 000 Euro haben die neuen Agaven gekostet, die eigentlich die alten sind - bis auf eine. Vier Agaven zieren jetzt wieder den Ehrenhof, die fast echt aussehen. Grüne Blätter auf sandfarbenen Gefäßen, Pflanze und Topf aus Zinkblech wiegen jeweils zehn Kilogramm, sorgen für botanische Glanzpunkte.

Das Geld für die Restaurierung der Agaven, die seit Mitte 2010 in einer Hundisburger Werkstatt waren, kam durch Spenden der Lotto-Toto-Gesellschaft (5000 Euro), den örtlichen Verein "Aus einem Guss" (3000) und durch 7000 Euro aus dem Stadthaushalt 2010 Tangerhüttes zusammen. "Dieses Schloss ist ein einzigartiges Industriedenkmal in Sachsen-Anhalt als wohl einzige Industriellenvilla, die öffentlich zugänglich ist. Das muss stärker in den Mittelpunkt rücken und das schafft ein kleiner Verein wie der ¿Aus einem Guss\' nicht", sagte der Berliner Planer Jan Bauditz vor Ort.

Gemeinsam mit Carola Jensen von der unteren Denkmalbehörde nahm er die fachliche Abnahme vor. Der Vorsitzende des Vereines "Aus einem Guss", Dr. Frank Dreihaupt, Ortsbürgermeister Gerhard Borstell und die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Stadt Tangerhütte, Birgit Schäfer, sowie weitere Mitglieder des Vereines wohnten dem Anbringen der Agaven gestern bei. Der Verein "Aus einem Guss", der sich den Erhalt des gesamten Industrieensembles aus Park, Schlössern und Gießereihallen auf die Fahnen geschrieben hat, will sich auch künftig bei der Vermarktung und Belebung des Schlosses einbringen.