Stendal. Seit dem Wochenende hat das Stendaler Hospiz sieben neue Helferinnen. Der ambulante Hospizdienst wird das Feld sein, auf dem sich die Frauen aus allen Ecken der Altmark künftig betätigen. Zwölf Wochen lang haben sie sich darauf in einem Kurs vorbereitet. Ein überwiegend theoretischer Einstieg in das Thema Sterbebegleitung, der auch mit Rollenspielen an Situationen heranführte, denen sich die Hospizhelfer stellen werden. Was bedeutet es, einen sterbende Menschen zu begleiten? Wie kann ich mich in dem Spannungsfeld von Nähe und Distanz bewegen? Auf solche und ähnliche Fragen suchte und fand die Gruppe im vergangenen Vierteljahr in vielen Gesprächsrunden Antworten. Ganz wichtig sei es für Menschen, die sich dieser Herausforderung stellen, die eigenen Erfahrungen mit Trauer, Abschiednahme und Verlust einzubringen, sagt Pfarrer Ulrich Paulsen. Er begleitete die Frauen während des Kurses intensiv, bereitete sie gemeinsam mit Gundis Gebauer, Koordinatorin der ambulanten Hospizhilfe, auf ihr sehr nah am Leben und an individuellen Schicksalen agierendes Ehrenamt vor.

Paulsen ist froh, dass sich die Zahl der Hospizhelfer damit altmarkweit auf 65 erhöht. Der Bedarf an ambulanter Sterbebegleitung, an Frauen und Männern, die Sterbenskranke in dieser letzten Phase ihres Lebens im häuslichen Umfeld zur Seite stehen, nehme zu, so der Pfarrer. Bevor die sieben Frauen in der ambulanten Hospizhilfe beginnen, werden sie in den kommenden Wochen Sterbende im Stendaler Hospiz begleiten.

Die Motive, sich dieser Aufgabe zu stellen, sind vielschichtig. Da ist die Frau, die von sich sagt, im Leben so viel Positives bekommen zu haben, dass sie ein wenig davon nun zurückgeben möchte. Da ist aber auch die Helferin, die einen Angehörigen zu Hause bis zum Tod pflegte, sich anfangs schwer damit tat, Hilfe vom Hospiz anzunehmen und dann doch unendlich dankbar war, sie bekommen zu haben.