Tangermünde. Was gibt es Schöneres für einen Lehrer als das offene Bekenntnis, von seinen Schülern gemocht zu werden. Harald Schubert, Oberstufenkoordinator am Diesterweg-Gymnasium Tangermünde, bekam dieses Bekenntnis gestern sogar für jeden sichtbar ins Gesicht gemalt. Zwei Schülerinnen der 12. Klasse hatten ihm anlässlich des letzten Schultages die Wangen mit je einem Herz verziert. "Sie haben mich in ihr Herz geschlossen", lautete die erste Definition des Lehrers. "Man kann es aber auch doppeldeutig sehen", fügte Schubert hinzu. Schließlich trage er jetzt zwei Herzen im Gesicht, ein Doppelherz sozusagen. Ob das wohl eine Anspielung auf sein Alter sei? Doch das nahm der Oberstufenkoordinator ebenso gelassen wie den gesamten Trubel am gestrigen Tag.

Im Mittelpunkt des letzten Apriltages stand das Abschiedsfest der 34 diesjährigen Abiturienten. "Wir haben den Tiefpunkt erreicht", sagte Schubert mit Blick auf die geringe Schülerzahl. Im nächsten Jahr, so sagte er, würde die Schülerzahl, die zum Abitur antritt, wieder um fast das Doppelte steigen.

Zur Unterhaltung der Diesterweg-Gymnasiasten hatten sich die Teilnehmer des Jahrgangs 2011 ein vielfältiges Programm unter dem Motto "Looking for Freedom" ausgedacht. Und damit die Nachbarschaft rund um die Schule auch vorgewarnt war, hatten die jungen Männer und Frauen kleine Handzettel an die Nachbarschaft verteilt. "Im vergangenen Jahr gab es wegen des Lärms jede Menge Ärger", berichtete Julia Kossiski am Rande der Abschlussfeier. Eine kleine Vorsichtsmaßnahme also, die Harald Schubert sehr beeindruckte. Auch war er froh, dass die Wasserpistolen nicht mehr zum letzten Schultag gehören, die Klassenräume von den Verwüstungen verschont blieben und sich die 34 Feiernden an die 60 Minuten Vorgabe für das Programm hielten.

Die Lehrer nahmen die vielen Spiele mit Humor. Dafür bekamen einige von ihnen später Blumensträuße. Simone Gagelmann, Birgit Günther, Annerose Rosenberger und Harald Schubert wurden damit bedacht. "So ein bisschen Bestechung vor der Abi-Prüfung kommt immer gut", scherzte Lena Bree.

Mit viel Krawall zogen die Schüler später durch die Stadt, feierten den Abschied von der Schule. Am Montag starten die schriftlichen Prüfungen. Los geht es mit Deutsch.

   

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