Mit Tempo ging es am Sonn abend durch einen großen Garten: jedenfalls für die 250 Teilnehmer des Ramelow-City-Laufs. Wer wollte, durfte natürlich lieber durch die grüne Messe schlendern und sich in Ruhe umschauen und dabei Sonne und Köstliches genießen.

Stendal. "Schön! Das könnte jedes Wochenende so sein. So viele Menschen in der Innenstadt, das ist doch richtig belebt." Wolfgang List und seine Frau sind ganz begeistert von der Atmosphäre auf dem Winckelmann-Platz. Sie schlendern wie viele andere auch schon am Morgen durch die Innenstadt, um sich bei "Garten & Ambiente" zwischen Grün und Dekorativem umzuschauen.

Ins Schwärmen geraten konnte man zum Beispiel bei Thomas Mickeleit - jedenfalls wenn man eine Schwäche für Rosen hat. Englische und Nostalgische Strauchrosen, Beetrosen, Kletterrosen ... Zum dritten Mal ist Mickeleit, der aus Düsseldorf angereist ist, mit seiner in der Altmark geborenen Frau dabei. "Natürlich ist das hier nur eine ganz kleine Messe, aber die Atmosphäre ist schön", sagt Mickeleit, der regelmäßig bei den Offenen Gärten in Meßdorf dabei ist. "Schade nur, dass die Geschäfte nicht auch bis abends aufhaben, das merkt man schon, wenn auf einmal die Leute weg sind."

Weg waren auch plötzlich die Leute, die sich an der Startlinie des Ramelow-City-Laufs postiert hatten. Denn sie wollten natürlich so schnell wie möglich wieder am Ausgangspunkt sein: dem Zieleinlauf an der Marienkirche. Durch den Engpass der Buden und Stände bahnten sie sich ihren Weg. Erstaunlich viele Kinder, die zum Teil schon beim Sandmännchen-Lauf an den Start gegangen waren, wagten sich nun auch noch an die 2,5-Kilometer-Strecke. Und belegten dann - bei den Frauen jedenfalls - gleich die ersten drei Plätze!

Für eine Platzierung im vorderen Bereich hat es für die Staffelläufer des Hospizes, die als eine von diesmal nur fünf statt wie sonst acht oder neun Mannschaften antraten, nicht gereicht. Aber das nehmen die Mitarbeiter gelassen: "Wir waren schon immer die Letzten oder Vorletzten", sagte Ramona Höppner-Nitsche lachend vor Beginn des Promi-Staffellaufs. Und auch diesmal gaben sie das Schlusslicht - aber grandios angefeuert von Sympathisanten und als einzige reine Frauenmannschaft mit Durchhaltekraft bis zum Schluss.

Wer bei der Gartenausstellung bis zum Schluss durchhielt, der kam in den Genuss nicht nur von Freibier und Kulinarischem, sondern auch von zahlreichen Fachvorträgen, plaudernden Regional-Königinnen oder auch kunstvollen Aktionen wie denen des Holzskulpturensägers Andree Löbnitz. Der schuf in wenigen Minuten mit präzisem Schnitt eine Eule vor den Augen der Zuschauer. "Man braucht gutes räumliches Vorstellungsvermögen, sonst ist schnell mal was verschnitten." Dass er sein Handwerk beherrscht, sah man an den ausgestellten fertigen Werken von Indianern über Wildschweine bis zu Adlern.

   

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