Dobberkau (aju). Spielten die Preußen in Dobberkau vor dem Krieg noch Fußball, so stand 1947 zunächst einmal Großfeld-Handball auf dem Programm. "Wir hätten schon gern Fußball gespielt, doch wir hatten weder Schuhe noch Bälle dazu", erinnert sich Dobberkaus Orts-Chronist Herbert Wickert.

In der Nachkriegszeit kam Neulehrer Günter Preuß aus Häsewig nach Dobberkau. Er brachte den Handballsport mit, dem er bereits in Rochau nachgegangen war. Der Sportplatz wurde hergerichtet, etliche Sandfuhren herangefahren. "Der Melker und zugleich unser erster Torwart Robert Seekircher holte das Holz für die Tore aus dem Wald und richtete es auf", berichtet Wickert.

Gegründet wurde zunächst die Sportgemeinschaft "Hoffnung" Dobberkau. Werner Wickert war Vorsitzender, Fritz Bandau sein Stellvertreter. Günter Preuß, später Lehrer an der Erweiterten Oberschule (EOS) Stendal, war für den Sport verantwortlich.

Die ersten Handballspiele verloren die Dobberkauer haushoch. Gegen Tangermünde II 3:23, gegen Lok Stendal II 4:19. Gegen Arneburg betrug die Tordifferenz dann nur noch sieben. "Wir mussten anfangs viel Lehrgeld zahlen", so Herbert Wickert. Am ersten Pfingsttag war immer ein Handballturnier mit Mannschaften aus Späningen, Packebusch, Brunau, Erxleben, Fleetmark und Groß Garz. Vor Turnierbeginn gab es einen Umzug mit Musik. Zur Mittagszeit standen dank der Spenden der Bauern Erbsen mit Speck auf dem Tisch. Das war nicht unwichtig, denn der Hunger in der Bevölkerung war noch sehr groß.

Die Fahrten zu den Turnieren erfolgten meist mit dem Traktor, oftmals auch "mit Trecker und zwei Hängern von Bandau und Grabert". Stroh nützte als Sitzgelegenheit. Weitere Fahrten wurden mit dem Lkw Ewler aus Bismark, Holzgasmotor, unternommen. Dabei gab es auch einige Pannen. "Wir mussten von Schernikau zu Fuß nach Hause, weil nach der dritten Reifenpanne kein Ersatz mehr da war", erinnert sich Herbert Wickert. Unterwegs wurden in Darnewitz noch Zigaretten "Sorte I" (das Stück eine Mark) ergattert.