Zum dritten Mal in Folge war die Feuerwehr Buch am Sonnabend Gastgeberin für den Auftaktlauf zum Sachsen-Anhalt-Cup der Feuerwehren. Und zum dritten Mal landeten die Frauen der Ortswehr ganz oben auf dem Siegerpodest, behielten den Wanderpokal und erhielten den dritten Siegerpokal. 30 Mannschaften waren in der Disziplin Löschangriff an den Start gegangen.

Buch. "Bei uns herrscht heute nicht Kaiser-, sondern Roland-Wetter", sagt Buchs Ortsbürgermeister Günter Rettig und blinzelt in die Sonne. Bei 27 Grad Celsius im Schatten warten am Sonnabend 30 Mannschaften am Rande des Sportplatzes auf ihren Start. Aus allen Teilen Sachsen-Anhalts und der Altmark sind sie angereist, um hier um den Roland-Pokal zu kämpfen.

Wind verhindert ein zielsicheres Strahlen

Bevor die wettkampfwiligen Männer und Frauen an den Start gehen, gibt es in diesem Jahr zum Auftakt des Rolandpokals ein Sponsorenfrühstück. Im Anschluss daran wird den Männer und Frauen das Areal samt Technik vorgestellt, auf dem wenige Minuten später in zwei Durchgängen um Bestzeiten im Löschangriff gekämpft werden wird. Dank der Sponsoren ist die elektronische Zeitmessung seit diesem Jahr möglich. Shirts mit viel Aufdruck sorgt für ein einheitliches Bild der Bucher Männer- und auch Frauentruppe.

Bereits mit dem ersten Lauf stellt sich heraus, mit welchen Widrigkeiten die Teilnehmer des Roland-Pokals in diesem Jahr zu kämpfen haben. Immer wieder macht der Wind das Zielen zum Problem. "Immer wieder ist es die rechte Bahn", sagt Marten Riemann von der Bucher Wehr schon fast verzweifelt.

Doch dass es nichts an der rechten Seite, sondern am Wind lag, dafür hat ein ganz alter Hase auf diesem Gebiet eine Erklärung. Klaus Dumpf, 71 Jahre alt, steht am Rand des Wettkampffeldes, hat alles genau im Blick. "Wenn der Wind von links kommt, dann sieht nur der ganz außen etwas. Sein Nachbar rechts kann durch das versprühte Wasser einfach nicht mehr sehen, wohin er zielen muss", lautet seine Erklärung. Dumpf ist im vergangenen Jahr seinen letzten Wettkampf mitgelaufen. Die Bucher hatten dem Mann aus Oschersleben bei einem Wettbewerb in Wiepke die Gelegenheit dazu gegeben, mit ihnen gemeinsam an den Start zu gehen. "Das war mein Abschluss", sagt Klaus Dumpf ein wenig gerührt. Gern hätte er diesen mit seiner Heimatwehr aus Hordorf bei Oschersleben gefeiert. "Doch da meinte einer, Jüngere müssten ran. Ich durfte nicht mehr mitmachen", berichtet er. Heute gibt es weder in Oschersleben noch in Hordorf eine Wettkampfgruppe.

Dem wachen Blick des gestandenen Feuerwehrmanns entgeht am Sonnabend vieles nicht. Zusammen mit der ersten Bucher Mannschaft ärgert er sich, als der Saugkorb vom Schlauch fällt, der Start damit ungültig wird. Dabei hatte Gerald Schmidt mit dem gesamten Oberkörper im Wassertrog gesteckt, um den Schlauch zu versenken.

Mehr als zwei Minuten dauert ein Lauf der Bölsdorfer Kameraden. Der Grund: Die Kupplung landet viel zu weit vom Ziel entfernt auf dem Platz. Damit ist der Schlauch zu kurz. Statt aus fünf Meter Entfernung müssen die Männer aus elf Meter Entfernung zielen.

Tangermünderin unterstützt Bucher

Die Heerener Männer haben sogar, so unglaublich das auch klingt, einen Knoten in der Leitung. Doch selbst durch ihn schießt das Wasser - ein wenig später zwar - aber auch das geht. Der Schlauch bis zur Kupplung weißt viele kleine Schadstellen auf, sorgt an dem heißen Tag für reichlich Erfrischung. So reicht es für die Heerener am Ende nur für Platz 27.

Buchs Wehrleiter Marko Mälitz hat trotz des ungültigen ersten Laufs der eigenen Gruppe Nerven, mit der Bucher Frauengruppe mitzufiebern. "Gut Mädels, einwandfrei gemacht", ruft er ihnen nach dem tollen ersten Lauf zu. Unterstützung bekommen die Frauen des Dorfes in diesem Jahr aus Tangermünde. Ariane Weichardt kämpft mit ihnen erfolgreich um den Titelerhalt.

Mit Spannung erwarten auch die zehn Tangermünder Wettkampf-Kameraden ihren Start. In den vergangenen vier Wochen haben sie immer freitags und sonnabends am Bleichenberg geübt. Ronny Haack führt die Gruppe an. "Wir liegen im guten Mittelfeld", sagt er und behält Recht. Mit Zeiten von unter 40 Sekunden bestätigen die Männer ihre Trainingsergebnisse. Um noch schneller zu werden, die Zeiten zu verbessern, bräuchten sie einiges mehr an Technik. "Wir würden uns freuen, wenn sich Sponsoren finden würden", sagt Haack.

Auch für die Milterner Truppe läuft es zufriedenstellend. "Was will man erwarten, wenn heute andere an den Start gehen, als die, die mit uns trainiert haben", sagt Wehrleiter Klaus Bochmann.

Am Ende gibt es ein dickes Lob vom Nudersdorfer Kameraden René Grunwald. "Super Bedingungen, Respekt und Dank an das Schiedsgericht. So super wie hier läuft es nirgendwo in Sachsen-Anhalt. Doch wir arbeiten daran." Die Nudersdorfer hatten vor drei Jahren den Sachsen-Anhalt-Cup ins Leben gerufen.

   

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