Sie feierten ein kleines Jubiläum: Zum 5. Traditionstreffen des 10. Husarenregiments in Stendal kamen Gäste aus Sachsen, Westfalen, Hamburger und aus der Hansestadt.

Stendal (fe). Es war kurz nach halb elf am Sonnabendvormittag, da krachten die ersten Kanonenschüsse über Stendals Nordwall. Statt schwerer Eisengeschosse wie dereinst flogen nun im hohen Bogen alte DDR-Toilettenpapierrollen - in Konfetti zerfleddert - empor. Die Schützen nannten sie "Honeckers letzte Rache". Aus den Kanonenmündungen stieg weißer, dicker Qualm hinterher.

Die Szene mischt preußischen Befreiungsfeldzug mit dem nordamerikanischen Bürgerkrieg; so nahe lag Geschichte selten zusammen. Hier ließen es Schützen aus Kyritz (Landkreis Potsdam-Mittelmark) und jene vom 24. Infantrieregiment Havelberg also knallen. Die Schaulustigen drumherum hielten sich die Ohren zu. Zuvor hatte Stendals Husaren-Rittmeister Peter Krupp die Parade von Regimentsvertretern aus Sachsen, Hamburg, Westfalen und Stendal abgenommen. Man kennt sich und trifft sich gern.

Stendals Oberbürgermeister stieß am Nachmittag hinzu. Klaus Schmotz lobte das traditionsbewusste Auftreten und Nacherleben der Husaren in seiner kurzen Begrüßungsrede. Zuvor war das Stadtoberhaupt mit gebührenden Ehren samt Zweiergespann am Rathaus abgeholt und zum Festplatz an der Wendstraße gefahren worden. Auf dem Weg dorthin bekam er noch eine Mitreisende neben sich platziert: die altmärkische Bundestagsabgeordnete der Linken, Katrin Kunert.

 

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