Eine kulturerfüllte Nacht steht den Stendalern am letzten Maiwochenende bevor. Koordinatorisches Geschick und Durchhaltevermögen sind wieder gefragt, wenn man aus der Vielzahl der Programmpunkte so viel wie möglich miterleben will.

Stendal. "Bom bom bom bom...ba da jap dap" - die Bassstimmen haben es nicht ganz so schwer, um in den Kulturnacht-Blues einzustimmen. Aber auch der Text für Sopran, Alt und Tenor ist überschaubar, die verbleibenden zweieinhalb Wochen sollten zum Üben genügen. Und dann soll es klingen durch Stendals Straßen, wenn zur Eröffnung der Kulturnacht am 28. Mai um 18 Uhr die Sternwanderung der Chöre zum Domplatz die Eröffnung markiert.

"Jeder kann mitsingen", wirbt Maike Schymalla für möglichst viele stimmkräftige Stendaler. Startpunkt für alle, die nicht in einem der 13 angemeldeten Chöre dabei sind, treffen sich um 17.50 Uhr am Stadtarchiv. Und wie schon aus den Vorjahren bekannt, spielen anschließend Bläser aus den Fenstern eines öffentlichen Gebäudes - diesmal des Landgerichts.

Nach dieser musikalischen Eröffnung können die Kulturpilger in alle Richtungen ausströmen. Richtig Remmidemmi zum Beispiel will das Theater veranstalten: ab 18.30 Uhr sind alle zum lauten Trommeln auf dem Theatervorplatz willkommen. Anschließend kann man den Geständnissen der kleinen Meerjungfrau lauschen oder beim Improvisationstheater mitmachen - hier entsteht ein Stück auf Zuruf. Mitmachen ist auch in der Musik- und Kunstschule gefragt, wo Erwachsene und Kinder Instrumente ausprobieren oder ihre zeichnerischen Talente erproben können. Auch eine Ausstellung wird eröffnet.

Wer lieber draußen sein möchte, kann beim Buchverkauf der Stadtbibliothek oder den Open-Air-Filmvorführungen des Stadtarchivs dabei sein. Oder in den Klostergarten gehen, wo es Swing und Jazz von "Mr. Frog goes fishing" gibt.

Kultur der speziellen Art bietet das Winckelmann-Museum ab 17 Uhr mit einem isrealischen Abend. Livemusik, Kulinarisches aus dem Lehmofen und ein Pferdewagenshuttle mit griechischem Krieger erwarten die Gäste.

Besinnlicher geht es in der Jacobikirche zu, die von Kerzenschein und sanftem Licht erhellt sein wird. Zudem werden Texte und Musik zu hören sein, die Bezug auf Orgel, Hochaltar, Kinderengel und den knieenden Soldaten nehmen.

Führungen durchs Gertraudenhospital, die Besichtigung des Tangermünder Tors oder Rundgänge durchs Altmärkische Museum runden das rundum kostenlose Kulturnachtangebot ab. Den Abschluss bildet das (Fast-)Mitternachtskonzert mit Posaunen und Trompeten um 23 Uhr auf dem Marktplatz.

Das gesamte detaillierte Programm ist den Faltblättern zu entnehmen, die an vielen Orten der Stadt ausliegen, zumal in den teilnehmenden Einrichtungen.