Von Sibylle Sperling

Stendal. "Was machen sie mit ihrem Wasser?", fragte Harald Gülzow vom VSR-Gewässerschutz am Donnerstagnachmittag einen Stendaler, der mit einer Mineralwasserflasche vor ihm steht. Doch darin befand sich Wasser aus seinem eigenen Brunnen. "Meist nutzen die Leute ihr Brunnenwasser zum Gießen. Dann ist der Nitratgehalt des Wassers entscheidend. Ist der zu hoch, würde sich Nitrat im Obst und Gemüse anreichern", erklärte Gülzow.

Vor allem in der Stendaler Region sei in den vergangenen Jahren vermehrt Nitrat im Brunnenwasser nachgewiesen worden - teilweise bis zu 300 Milligramm pro Liter. Ab einer Belastung von mehr als 50 Milligramm pro Liter dürfe man das Wasser nicht mehr trinken, weil im Körper krebserregende Stoffe entstehen würden.

Wie kommt Nitrat in unser Grundwasser? "Nitrat ist Bestandteil vieler Dünger in der Landwirtschaft. Wurde zu stark oder zum falschen Zeitpunkt gedüngt, kommt es zu einer verstärkten Auswaschung und so zu höheren Nitratkonzentrationen im Grundwasser", informierte Gülzow.

In seinem Labormobil kann er die einfache Gießwasseruntersuchung sofort durchführen. Schon zwei Stunden später hat man das Ergebnis. "Zwei Proben aus Stendal ergaben eine sehr geringe Nitratbelastung. Werte von 28 und 80 Milligramm pro Liter haben wir bei Arneburger Proben ermittelt. Doch wir erwarten von den noch ausstehenden Proben der Dörfer eine wesentlich höhere Nitratbelastung." Soll die Teich- oder Trinkwasserqualität beurteilt werden, müssen die Proben auf Bakterien, Pestizide oder Mangan untersucht werden. Das Ergebnis soll in zwei Wochen vorliegen.