Im Innenhof der Mozartstraße wird es wieder einen Spielplatz geben, ein Areal für die Kleinsten, die gern im Sand buddeln. Vor vier Wochen hatten die Arbeiten dazu begonnen. Morgen sollte das eingezäunte Areal eröffnet werden. Doch schon vor der Nutzung gibt es Ärger. Am Wochenende wurden Steine und Holzbretter über den Zaun geworfen. Thomas Fuhrmann, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft, ist verärgert.

Tangermünde. "Da will man etwas Gutes tun und schafft sich selbst wieder nur Ärger", sagt Thomas Fuhrmann am ersten Tag der neuen Arbeitswoche. Er steht auf dem Innenhof der Mozartstraße. Vor ihm ein kleines eingezäuntes Areal. Darin befinden sich eine gepflasterte Fläche, ein riesiger Sandkasten und etliche Sitzbänke. Früher hatte es hier einen richtigen Spielplatz gegeben, später nur noch einen Sandkasten, dann viele Jahre gar nichts mehr.

Prämie für Hinweis

Vor vier Wochen hatten die Arbeiten für das neue Areal begonnen. Morgen sollte der neue Spielplatz, eingezäunt zum Schutz vor Hunden und lärmenden Gruppen, eröffnet werden. Aber noch bevor die ersten Kinder hier überhaupt eine Schaufel in die Hand nehmen können, steht Thomas Fuhrmann, Chef der Wohungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (WBVG) Tangermünde, bereits das erste Mal vor dem Ergebnis eines Randale-Wochenendes. Steine und Bretter sind über den mehr als zwei Meter hohen Zaun in das Spielareal hineingeworfen worden. Fuhrmann kann es nicht fassen. Wer mit so viel Aufwand etwas zerstören möchte, was noch gar nicht ganz hergestellt wurde, der müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Auch wenn die Auswirkungen dieses Stein- und Holzangriffs noch gering sind, will der Chef der WBVG nicht zusehen, wie sich solche Untaten vielleicht von Woche zu Woche steigern. "Deshalb gibt es jetzt eine Prämie", sagt Thomas Fuhrmann. Wer einen sachdienlichen Hinweis auf den oder die Täter geben könne, die diesen Unfug am Wochenende getrieben haben, sie mit Namen nennen könne, der bekomme 500 Euro. Nur so, da ist sich der WBVG-Chef sicher, könne er in Zukunft Schlimmeres verhindern.

Er und Ringo Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft, hatten sich vor Baubeginn darüber verständigt, im Innenhof ein solches Areal für Kinder schaffen zu wollen. Die WBVG trägt die Kosten allein. 7000 Euro investiert die Gesellschaft in diese Idee. Auch die Genossenschaft hätte sich daran beteiligt. "Doch wir wollen vielleicht noch in einem anderen Bereich eine ähnliche Anlage schaffen", so Fuhrmann.

Areal mit Schließzeiten

Den Innenhof der Mozartstraße nutzen mehr Genossenschafts- als Gesellschaftsmieter. Allein Thomas Fuhrmann schätzt die Zahl der Kinder bei seinen Mietern in diesem Bereich auf etwa 20. Die kleinen von ihnen können ab Mittwoch den Sandkasten nutzen. Täglich wird das Areal von 8 bis etwa 18 Uhr offen sein. Der Bereitschaftsdienst der WBVG schließt das Tor auf und zu.

Ehepaar Ortmann, Gesellschaftsmieter, schaute gestern über den Balkon, als sich Thomas Fuhrmann das Ergebnis des Wochenendes ansieht. "Wir sind an den Nachmittagen meist im Garten", sagt sie. Sonst wäre das gar nicht auszuhalten. Dann berichtet sie von kleinen Kindern, die unter ihren Balkon krabbeln, statt zwei Etagen nach oben auf die Toilette zu laufen. "Wer war es denn?", möchte Thomas Fuhrmann wissen. "Die wohnen da drüben", sagt sie und zeigt auf einen Balkon gegenüber. "Wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir zusammenarbeiten", sagt der Geschäftsführer. "Nennen Sie mir die Namen und wir können mit den Mietern reden."