Die Stendaler Agentur für Arbeit will Jugendliche bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in der Altmark unterstützen, und Arbeitgeber dafür sensibilisieren, auch Leistungsschwächere einzustellen. Das tat sie gestern am "Tag des Ausbildungsplatzes".

Stendal/Arendsee. Im Metallbauunternehmen von René Herbst sind derzeit 20 Mitarbeiter beschäftigt. "Wir bilden außerdem drei Lehrlinge aus", sagte er den Vertretern der Agentur für Arbeit Stendal. Bereichsleiter Olaf Lange und Arbeitsvermittler Daniel Giffei besuchten ihn am gestrigen Tag des Ausbildungsplatzes. Altmarkweit nahmen 20 Arbeitgeber daran teil, bei denen 30 Ausbildungsstellen offen sind.

Ausgebildete sollen übernommen werden

"Wir suchen zwei Auszubildende für das neue Lehrjahr, haben aber bisher keinen Erfolg gehabt", erklärte René Herbst. Bedarf bestehe an einem Metallbauer und einer Bürokauffrau. Deshalb freue er sich über die Aktion der Arbeitsagentur, bei der Vermittlung von potenziellen Bewerbern zu unterstützen. "Uns ist wichtig, selbst auszubilden und die Kräfte auch zu übernehmen", so René Herbst. Auch von den letzten drei Lehrlingen seien zwei in der Firma angestellt (einer ging zum Bund).

Olaf Lange und Daniel Giffei hatten sieben Bewerbungsvorschläge mitgebracht. "Sie können sich jemanden aussuchen, der mit seinen persönlichen Vor- aussetzungen und sozialen Kompetenzen ins Firmenkonzept passt und wir fordern dann die weiteren Unterlagen an", beschrieb Olaf Lange das Prozedere. "Wir wollen Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz nach ihren Vorstellungen helfen", machte Olaf Lange das Anliegen deutlich. Dabei komme es vor allem darauf an, leistungsschwächere Jugendliche zu vermitteln. "Dafür wollen wir die Firmen sensibilisieren", sagte Daniel Giffei.

Bei Bewerbern, die Nachholbedarf in schulischer Hinsicht haben, gebe es mit dem Programm die Möglichkeit zu ausbildungsbegleitenden Hilfen. Die Nachhilfe beispielsweise in Deutsch oder Mathematik oder die Betreuung durch einen Sozialpädagogen sei für den Arbeitgeber kostenfrei und erfolge nach der Berufsschule.

Chancenatlas gibt Überblick

Anlass für die Ausbildungsinitiative ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Die Zahl der Schulabgänger sinke, während die Nachfrage nach Auszubildenden steige. "Aktuell sind in unserem Agenturbezirk noch 619 Bewerber unversorgt und 603 Ausbildungs, stellen unbesetzt", sagte Pressesprecherin Yvonne Papke. Die Jugendlichen sollen in der Region gehalten werden. Um ihnen und ihren Eltern einen Überblick über Ausbildungschancen zu vermitteln, sei der so genannte Chancenatlas herausgegeben worden. Erheblicher Bedarf bestehe in den Berufsgruppen Schlosser, Berufe des Landverkehrs, Gesundheit und Pflege, Landwirtschaft, Tierpflege. Auch Warenkaufleute und Maschinisten hätten gute Aussichten auf längerfristige Beschäftigung.

Der Chancenatlas ist im Internet veröffentlicht.

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