Der Stendaler Schwanenteich ist als Lebensraum für Fische grundsätzlich wenig geeignet. Das sagt der Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands "Uchte", Hans-Ulrich Klante. Klante reagiert damit auf einen Volksstimme-Beitrag vom 13. Mai, in dem sich der Stendaler Anglerverein, Pächter des Teichs, über Wassermangel beklagt und ein Umleiten aus der Uchte verlangt.

Stendal. Der vom Anglerverein bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises beantragte Strömungslenker, der Uchtewasser aufstauen und in den Schwanenteich lenken soll, würde nach Meinung von Hans-Ulrich Klante den freien Hochwasserabfluss der Uchte stören und Sedimente und Unrat in den Schwanenteich spülen. Für möglich hält er eine Stauanlage unterhalb des Teicheinlaufs. Doch diese hätte negative Folgen sowohl für die Uchte als auch für das Wanderverhalten der Fische und würde zudem einen hohen Unterhaltungsaufwand erfordern. Klante (seine Stellungnahme zum Strömungslenker im gesamten Wortlaut rechts im Kasten) hält es für ungewiss, ob die Wasserbehörde einen solchen Antrag genehmigen würde.

Der Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands "Uchte" reagiert damit auf den Volksstimme-Beitrag "Angler wollen Uchtewasser in den Schwanenteich lenken" vom 13. Mai, in dem der Stendaler Anglerverein über seine Sorgen mit dem Pachtgewässer Schwanenteich im August-Bebel-Park berichtet. Klante hält den Mitte der 1960er Jahre im Zusammenhang mit dem Uchteausbau angelegten Teich für "kein ideales Habitat für Fische". "Oxydationsprozesse der hineingetragenen organischen Stoffe als auch der Luftstickstoff führen zur starken Sauerstoffzehrung, der starke Lichteintrag führt zur Gewässererwärmung und Eutrophierung, also Nährstoffzunahme", sagt Hans-Ulrich Klante.

Das Problem mit den niedrigen Wasserständen in Uchte und Schwanenteich sei nicht neu. Neu sei allerdings, so Klante, dass sich etwa seit dem Jahr 2000 der Wechsel der Wasserstände und des Abflusses in der Uchte vom Hoch- zum Niedrigwasser in rasant kurzer Zeitspanne vollzieht. In diesem Jahr zum Beispiel stand der Uchtepegel Stendal am 10. Januar bei 1,61 Meter, am 10. Februar bei 50 Zentimetern, am 10. April bei 45, und heute steht er bei nur noch 40 Zentimetern, wobei der tatsächliche Wasserstand höchstens 20 Zentimeter betrage.

Klante weist darauf hin, dass sich die neuen Ein- und Ausläufe zum Schwanenteich im Gegensatz zur Meinung der Angler auf der gleichen Höhe wie die alten befinden. Der Auslauf sei sogar etwas höher, um mehr Wasser im Teich zu halten. Auch die Behauptung, Wanderfische könnten die Gitter der Einläufe nicht passieren, ist seiner Meinung nach falsch. Klante: "Fische folgen beim Wandern einer Lockströmung. Diese käme, wenn vorhanden, nur aus dem Auslauf des Schwanenteichs, und der ist gitterlos."