Auf ein volles Jahrhundert blickt die Stendaler Adventsgemeinde in diesen Tagen zurück. Ihr Ableger, die Teestube Maranata, wird 30 Jahre alt. Am Wochenende kamen Gratulanten und es wurde gefeiert.

Stendal. "Mutter und Tochter feiern gemeinsam Jubiläum." Simon Krautschick von der Leitung der Glaubensgemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten Berlin-Mitteldeutschland nannte treffend beim Namen, was am Sonnabend auf dem Hof in der Heinrich-Zille-Straße 3 gefeiert wurde. Der Festredner ließ seinen Blick zurück in die hundertjährige Geschichte der Stendaler Adventgemeinde schweifen, als deren Ableger vor 30 Jahren die Teestube Maranata entstand, heute der älteste Jugendclub Stendals.

Die Gemeinde habe sich nie als Opposition zum Staat verstanden, sondern als "geschützter Raum", sagte Krautschick. Bis heute sei es das Anliegen, für die Menschen da zu sein, ihnen Trost und Zuversicht zu geben.

Keimzelle war eine Buchhändlerfamilie

Auf Initiative einer Buchhändlerfamilie, die nach Stendal gezogen war, wurde die Adventgemeinde im Jahr 1911 gegründet. Sie bezog erste bescheidene Räumlichkeiten in der Frommhagenstraße. Die Gemeinde sei zwischenzeitlich auf über 60 Glieder angewachsen, heute seien es 27, fasste Cornelia Edel die Entwicklung zusammen. Im Haus Marienkirchstraße 1, wohin die Gemeinde 1967 gezogen war, entstand 1981 im Dachstübel die Teestube Maranata als Treff- und Gesprächsangebot für Jugendliche.

Nach dem Auszug aus der Marienkirchstraße im Jahr 1990 - die Nach-Wende-Miete überschritt die Möglichkeiten der Gemeinde - waren die Adventisten bei der evangelischen Jacobigemeinde zu Gast, bis sie 1997 mit Maranata und Kidsclub in der ehemaligen Kindertagesstätte in der Heinrich-Zille-Straße Quartier fanden.

Auf dem dortigen Hof wurde am Sonnabend mit Reden, Erinnerungen und Musik, bei Kaffee und Kuchen Doppeljubiläum gefeiert. Gratulanten kamen mit Blumen und zum Teil kleinen finanziellen Zuwendungen. Landratsstellvertreterin Annemarie Theil dankte der Adventgemeinde vor allem für das vielfältige und ehrenamtliche Engagement mit Kindern und Jugendlichen - auch von Migranten -, aber auch für die Arbeit mit Senioren und anderen Gruppen. Die Teestube Maranata sei aus dem Landkreis Stendal nicht mehr wegzudenken, sagte sie.

Wichtige soziale Kontaktpunkte

Beide Jubilare, so Hochbauamtsleiter Günter Güldenpfennig, der für die Stadtverwaltung gratulierte, seien "wichtige soziale Kontaktpunkte" in der Hansestadt. Er dankte besonders Barbara Miesterfeldt für ihr Wirken, sei es in der Teestube oder im "Charity Shop" in der Nicolaistraße.

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