Bismark. Die Fusion der beiden altmärkischen Kreishandwerkerschaften naht mit großen Schritten. Im November könnte es soweit sein. Am Montag stellten die Obermeister der 32 Innungen dafür die Ampel auf Grün. Sie gaben dem Fusionsvertrag, der Satzung der Kreishandwerkerschaft Altmark und der Beitrags- und Gebührenordnung ihre Zustimmung.

"Es wird langsam ernst mit der Fusion." Mit diesen Worten leitete Hans-Erich Schulze, Kreishandwerksmeister im Landkreis Stendal, die gemeinsame Mitgliederversammlung in Bismark ein. Leicht untertrieben, denn die Pflöcke sind seit Montag fest eingeschlagen. Die Obermeister fassten wichtige Beschlüsse, von der Satzung bis zur Gebührenordnung.

Ab den 1. Januar 2012 soll es die eine Kreishandwerkerschaft in der Altmark geben. Ihren Hauptsitz wird sie in Stendal haben, eine weitere Geschäftsstelle ist in der westlichen Altmark vorgesehen, derzeit befindet sie sich in Gardelegen. Geschäftsführer wird Bernhard Brauer, der diese Funktion bereits seit Jahren in Stendal ausübt. Sein Amtskollege Lutz Kahler scheidet altersbedingt aus dem Berufsleben aus. In den ersten drei Jahren wird die östliche Altmark den Kreishandwerksmeister stellen, im Gespräch ist Hans-Erich Schulze. Sein Stellvertreter wird ein Handwerksmeister aus dem Altmarkkreis sein, der Kandidat dafür wird noch gesucht, denn Adelbert Neuling, bislang Kreishandwerksmeister in Salzwedel, tritt nicht an. Im Vorstand werden fünf Vertreter aus Stendal und vier aus der westlichen Altmark mitarbeiten.

Im November soll die praktische Fusion vollzogen werden. Die gesamte Umstrukturierung soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein. Der vor drei Jahren begonnene Prozess eines freiwilligen Zusammenschlusses auf gleicher Augenhöhe wäre dann abgeschlossen. Die neue Kreishandwerkerschaft zählt in 32 Innungen, die ihre Selbständigkeit behalten, rund 600 Mitgliedsbetriebe.

"Altmärker sind optimal aufgestellt"

Die Handwerkskammer in Magdeburg schaut mit Wohlwollen in Richtung Norden. Denn ohne Kreisgebietsreform wie in den anderen Teilen des Kammerbezirkes haben sich die altmärkischen Handwerker zusammengerauft. Ganz im Sinne der Handwerkskammer, wie Vize-Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe am Montag erklärte. "Wir brauchen eine schlagkräftige Handwerksorganisation, eine regionale Interessenvertretung", sagte er. Die Altmärker seien mit ihrer einen Kreishandwerkerschaft "optimal aufgestellt" und zukunftsfähig. Grupe sicherte den Altmärkern die Unterstützung der Kammer auch in Zukunft zu.

Die Handwerker, die ein breites wirtschaftliches Rückgrat der Region bilden, haben bereits 2009 mit dem Abschluss von Kooperationsverträgen erste Schritte in Richtung Fusion unternommen. Behutsame Schritte vor dem Hintergrund sinkender Mitgliederzahlen. Dass sich an dieser Politik nichts ändert, zeigt unter anderem die Tatsache, dass derzeit ein Zusammenlegen von Innungen aus Salzwedel und Stendal nicht geplant ist.

Behutsam waren die Vorstände auch bei dem Festlegen künftiger Gebühren: "Der Grundsatz lautete, dass keiner mehr zahlen soll", machte Breuer deutlich. Umfangreiche Computermodelle wurden erstellt. Das Ergebnis: Innungen in Stendal profitieren vom Weggfall der bisherigen Kopfpauschale. Künftig zahlen die Mitglieder einen Grundbeitrag von jährlich 130 Euro und ein Prozent der Bruttolohnsumme je Arbeitnehmer.

   

Bilder