Wenn es am 21. Juni auf den Straßen von 340 Städten rund um den Globus singt und swingt und jazzt und klingt, dann wird auch Stendal dabei sein. Die Hansestadt beteiligt sich erstmalig an dem von Frankreich ausgegangenen weltweiten Musikfest Fête de la Musique.

Stendal. Es war im Juni 1990, als TdA-Intendant Dirk Löschner, damals noch Student für Schauspiel und Puppenspiel in Berlin, zum ersten Mal in den Westen, zu einem Theaterfestival nach Frankreich, fuhr. "In diese Zeit fiel auch die Fête de la Musique", erinnert er sich. "Da musizierten viele Menschen völlig frei und unorganisiert auf den Straßen. Das hat mich sehr beeindruckt. Es war wie ein Symbol der Freiheit, die wir gerade erlangt hatten."

Heute gehört Löschner zu denjenigen, die die Fête de la Musique auch in Stendal etablieren möchten. Am 21. Juni, ein Dienstag und der Tag des Sommeranfangs, bietet die Stadt Menschen, die den Sommer singend oder musizierend begrüßen möchten, die Gelegenheit dazu. Hauptort soll der Klostergarten am Altmärkischen Museum sein, wo eine Bühne aufgebaut wird. Weitere Musizierstandorte werden die südliche Breite Straße, der Theatervorplatz, die Musik- und Kunstschule in der Poststraße und der Sperlingsberg sein. Überall dort wird Strom all denjenigen zur Verfügung stehen, die einen Verstärker oder eine Elektrogitarre benötigen.

"Egal ob Profi oder Amateur, ob Einzelakteur oder Band, ob Klassik oder Pop, ob Chormusik, Chanson oder Folklore - jeder, der musizieren kann und will, kann zu diesem Musikfest beitragen", sagt die Sprecherin der Hansestadt Stendal, Sybille Stegemann. Je bunter und vielfältiger, desto besser. Ausdrücklich lädt sie auch die Stendaler ausländischer Herkunft zur Teilnahme ein.

Die erste Fête de la Musique wurde 1982 in Frankreich gefeiert. Seitdem erobert diese wunderbare Art, jeweils am 21. Juni den Sommer zu begrüßen, die Welt. Mehr als 340 Städte rund um den Globus sind inzwischen dabei, davon 60 in Europa und etwas mehr als 20 in Deutschland. In Sachsen-Anhalt sind dies Magdeburg, Halle und Quedlinburg und in diesem Jahr erstmalig Lutherstadt Eisleben und die Hansestadt Stendal.

Den Anstoß für die Teilnahme der Hansestadt gab Christophe de Winter, Kulturattaché der französischen Botschaft in Berlin, als er im vergangenen Jahr in der Katharinenkirche eine Ausstellung der französischen Malerin Colette Deblé mit Porträts sachsen-anhaltischer Frauen eröffnete. Zur ersten Fête de la Musique in Stendal wird de Winter wieder erwartet. Wie Sybille Stegemann informiert, wird der Kulturattaché am 21. Juni eine deutsche und eine französische Band aus Berlin in die Altmark mitbringen: "tschuldigungk" und "Tit \'Nassels".

Das Musikfest soll grundsätzlich kommerzfrei sein, alle Musiker und Sänger tun es kostenlos. Wobei es nicht verboten ist, bei seinem öffentlichen Auftritt einen Hut oder den Geigenkasten auf die Straße zu stellen...

Um die Organisation der Fête de la Musique zu erleichtern, sollten sich alle interessierten Musiker vorher anmelden: per E-Mail an pressestelle@stendal.de oder auf der Homepage www.stendal.de.