Altlasten nimmt die Stadt Stendal mit ins neue Jahr : Wie auch 2010 besteht nach wie vor das Problem des Schilderklaus, immer wieder verschwinden Ortseingangstafeln. Die Kosten für die Wiederbeschaffung steigen ins Unermessliche.

Stendal. Die Hansestadt Stendal ist eine Luftnummer. Jedenfalls für Autofahrer, die von auswärts kommen und die Ortsgrenze passieren. Denn dass sie gerade in Stendal einfahren, können sie als Ortsunkundige allenfalls ahnen – seit einigen Wochen fehlen wieder mal die Ortseingangsschilder, und Autofahrer schauen da durch luftgefüllte Metallrahmen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die gelb-schwarzen Ortstafeln verschwunden sind. Schon mehrfach sind sie in den letzten Jahren gestohlen worden. " Dies betrifft überwiegend die Gardelegener Straße, die Lüderitzer Straße, die Tangermünder Straße und den Arnimer Damm ", berichtet Klaus Ortmann von der städtischen Pressestelle auf Volksstimme-Nachfrage.

Bereits vor der Umbenennung in " Hansestadt Stendal " seien die Tafeln immer wieder gestohlen worden. Auch und gerade in den Ortsteilen wurden vor der Eingemeindung häufig die alten Ortseingangstafeln entwendet. Damals hatte man noch nostalgische Sammelleidenschaft vermuten können – auch wenn das nicht den kriminellen Akt des Schilderklaus beschönigen kann.

Der materielle Wert – die Ortseingangsschilder sind aus Aluminium – dürfte nach Ansicht von Klaus Ortmann eher nicht ausschlaggebend sein. Purer Vandalismus oder Schabernack kommen also schon eher in Frage. Nur selten werden entwendete Schilder wiedergefunden, so wie im Sommer 2007, als das an der Gardelegener Straße abmontierte Schild unweit in der Uchte wiedergefunden wurde. Wenngleich bislang keiner der Schilderdiebstähle aufgeklärt werden konnte, erstattet die Stadt jedes Mal Anzeige.

Die Zahl der abhandengekommenen Schilder bewege sich mittlerweile im zweistelligen Bereich, zwischen 10 und 20. " Die genaue Anzahl ist leider nicht ohne Weiteres zu ermitteln ", sagt Ortmann.

Der Ersatz jedenfalls kostet viel Geld. Für eine Ortseingangstafel müssten derzeit rund 250 Euro gezahlt werden. " Die Wiederbeschaffung wird per Sammelauftrag in regelmäßigen Abständen getätigt ", heißt es aus der Pressestelle, " geliefert wird nach zirka vier Wochen. " Bis zur Installation der neuen Tafeln dort, wo sie derzeit fehlen, werden Verkehrszeichen mit der gültigen Höchstgeschwindigkeit innerorts, also der rot eingekreisten 50, ersatzweise angebracht.

Wie die Stadt sich wirksam vor dem Schilderklau bewahren könnte, führt nur zu grotesken Überlegungen. " Vielleicht sollten wir die Ortseingangsschilder künftig über den Straßen aufhängen oder einen großen Sperrzaun drumherum bauen ", sagt Klaus Ortmann mit unüberhörbarem Galgenhumor. Klar ist : " Wenn die Schilder immer wieder gestohlen werden, steigen die Kosten für die Wiederbeschaffung ins Unermessliche. "