Der Bauernhofkindergarten in Bindfelde wartet nur auf günstiges Bauwetter. Dann startet er seine geplante Großinvestition, die die Bedingungen der privaten Einrichtung weiter verbessern soll. Gestern sah sich die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei-Fraktion im Landtag, Eva von Angern, auf dem ehemaligen Bauernhof mit Kita und Grundschule um.

Bindfelde. Ob Krippenknirps, Kindergartenkind oder Grundschüler: Auf dem Schulz‘schen Bauernhof in Bindfelde lebt man auf Du und Du mit Pony Räuber, Hängebauchschwein Gustav und den Schafen Franz und Susi, mit einem Hof voller Hühner und einem Gehege, in dem es vor Meerschweinchen und Karnickeln nur so wimmelt.

Die ländlichen Bedingungen der von der Schulz-Völz gGmbH betriebenen Bauernhofkita samt Montessorischule machten sichtlich Eindruck auf Eva von Angern. Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei-Fraktion im Landtag löste gestern ein Versprechen ein, als sie, begleitet von Dr. Helga Paschke und Mario Blasche, den privaten Bildungsstandort im Ortsteil Bindfelde besuchte. Das Versprechen hatte sie den Bindfeldern vor längerer Zeit auf einer Fachtagung der Privatschulen in Magdeburg gegeben – und Wahlkampfzeiten eignen sich allemal prächtig, um sich vor den Augen der Öffentlichkeit unter Kinder zu mischen.

Am fotogensten gelang dies gestern an den großen Trommeln und Becken der Schlagzeuganlage, mit der die größeren Kinder des Kindergartens erstaunlich souverän umzugehen verstehen. Zuvor hatten sie den Gästen zusammen mit Senior-Chefin Dorothea Schulz Kostproben ihres Plattdeutsch-Könnens serviert.

Alexandra Keune, im Familienunternehmen unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, erläuterte den Linkspartei-Politikern bei einer Führung durch Kita, Schule und das weitläufige Freigelände die kurz vor dem Start stehenden Baupläne für den Kita-Bereich. Sobald das Wetter Bauarbeiten zulässt, will die Schulz-Völz gGmbH mit ihrer mehr als 800 000 Euro umfassenden Investition beginnen. Los geht es mit einem neuen Anbau hinten im Garten. Dort sollen ein neuer Bewegungsraum und der Sanitärbereich einschließlich Behin- derten-WC entstehen. Daran schließen sich Sanierungsarbeiten im Krippenbereich und die Schaffung einer zentralen Eingangszone an. Geplant sind zehn Monate Bauzeit.

Vom Land gefördert

Das Vorhaben der privaten Kindereinrichtung wird mit rund 750 000 Euro aus dem Kita-Investitionsprogramm des Landes, das sich aus Mitteln von EU, Bund und Land zusammensetzt, gefördert. Hinzu kommt ein Zuschuss der Stadt Stendal in Höhe von 125 000 Euro.

Den 1997 eröffneten Bauernhofkindergarten besuchen zurzeit 67 Jungen und Mädchen, Kapazitätsgrenze: 75. Die Montessorischule, die im Jahr 2007 an den Start ging, zählt 27 Schüler.