Mit einem Festumzug hat das Rudolph-Hildebrand-Gymnasium am Montag die Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Schule eröffnet. Am Sonnabend endete die turbulente Woche mit einem imposanten Festkonzert im Schwarzen Adler.

Stendal. Der Schlussakt zur Geburtstagwoche des Stendaler Rudolph-Hildebrand-Gymnasium begann so wie er am Montag begonnen hatte, mit einer Portion Geschichte. Dabei zogen Direktorin Dr. Anne-Dore Meißner und Elfklässler Franz Löffler im historischen Gewand Vergleiche zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Löffler zitierte aus dem altmärkischen Intelligenz- und Leseblatt vom 4. April 1911: "Der neue Schulpalast am Mönchskirchof wurde heute seiner Bestimmung übergeben." Damit sei ein neue Abschnitt in der Baugeschichte der Stadt begonnen worden. Der Neubau vor 100 Jahren sei nicht nur heller und geräumiger, sondern solle mit Neuerungen wie dem Brausebad auch die Gesundheit fördern und zur Ordnung und Reinlichkeit erziehen. Die Stadtväter brachten ihren Stolz zum Ausdruck, und Kulturvertreter Stendals bereicherten seinerzeit auch die Grundung.

Ähnlich war es auch am Montag, als mit Trommeln, Pauken und Trompeten und einem Umzug wie vor 100 Jah ren die Geburtstagwoche eröffnet wurde. Zu den Gästen zählten wie damals Stadt-, Landes-, Politik-, und Kirchenvertreter, aber auch Besucher aus Polen und sogar den USA. Die Welt ist internationaler geworden.

Geändert hat sich auch die Festlänge. Während vor 100 Jahren sich die Festgesellschaft am Eröffnungstag zum Festessen begab, ließen sich die Verantwortlichen diesmal ein paar Tage Zeit. Es gab Gesprächsrunden mit Schülern und Zeitzeugen ein Sponsorenkonzert und die feierliche Enthüllung einiger Bilder. Damit wurde der Namensgeber der Schule, Rudolph Hildebrand, gewürdigt. Das Lebenswerk des aus Leipzig stammenden Germanisten "Pflege der Sprache" thematisierten die Lehrer und Schüler mit zahlreichen Veranstaltungen unter dem Motto "Bücher bauen Brücken".

Zu Beginn der Festveranstaltung bauten Meißner und Löffler auch eine Brücke zum 5-Gang-Festessen vor 100 Jahren. Statt Ochsenschwanzsuppe ganz es am Sonnabend Hochzeitssuppe. "1911 war der Spargelanbau in der Altmark noch nicht sehr bekannt", sagte Franz Löffel. Das änderte sich 1929 mit der Gründung der Deutschen Spargelhochzuchtgesellschaft. Der Zwischen- und Hauptgang mit Zanderschnitte und Rinderfilet wurde wie vor 100 Jahre serviert.

Auf würzende Reden wurde am Wochenende jedoch verzichtet. "Der Kultur gebürt der Hauptplatz im Programm", sagte Franz Löffler Schließlich sei die Schule nicht nur eine Unterrichtsanstalt, sondern eine Pflegestätte für Geist und Körper kurzum eine Erziehungsanstalt und zitierte damit den damaligen Rektor Arndt. Hohen Stellenwert hatten schon damals geistige Ideale. "Und die wollen wir jetzt pflegen", sagte Direktorin Dr. Anne-Dore Meißner.

Sie übergab das Wort an Caroline Wollenberg, Chris Doleschel und Franziska Völz. Die drei Gymnasiasten verlasen Texte von Rudolph Hildebrand sowie anderen Dichter und Denker. Abwechselnd dazu sangen Musikkurschüler der zehnten Klasse unter der Leitung von Sylvia Fülle und wurden dabei von Mitschülern auf der Flöte, dem Klavier, der Violine aber auch dem Akkordeon begleitet. An der Gestaltung des Festprogrammes hatte auch Kerstin Teslenko mitgewirkt.

Sie saß wie auch einige der ehemaligen Direktoren und Lehrer im Publikum und genoss mit ihnen die Darbietungen. Von 1911 bis 2011 wirkten 15 Schulleiter an der Entwicklung des Hauses mit. Meißner dankte allen Helfer für den gelungenen Abschluss der Festwoche.