Tue Gutes und rede darüber. Oder: Klappern gehört zum Handwerk. Beides werden die Mitglieder des Kreisverbandes der Gartenfreunde am Sonnabend, 30. April, tun. Sie bringen sich ein in den bunten Veranstaltungsreigen von "Garten & Ambiente". Die Verbandskleingärtner werden an ihrem Stand auf dem Winckelmannplatz unter anderem über soziale Projekte reden, Vereine und deren Besonderheiten vorstellen und natürlich versuchen, dem einen oder anderen Besucher an ihrem "Garten & Ambiente"-Stand Geschmack aufs Kleingärtnern zu machen.

Stendal. In dem kleinen Büro des Kreisverbandes der Gartenfreunde in der Stendaler Grabenstraße ist es in diesen Tagen noch etwas enger als sonst. Zwei großformatige Tafeln beanspruchen Platz, für vier weitere muss der noch geschaffen werden – vorübergehend. Es sind Tafeln, auf denen sich Kleingärtnervereine des Landkreises vorstellen. Bilder und kurze Texte geben Auskunft über Größe, Mitgliederzahl, Standorte und machen mit dem vertraut, was die Kleingärtner an ihrem Hobby lieben. Sehen und lesen können es Interessierte am Sonnabend, 30. April, auf dem Stendaler Winckelmannplatz.

Diese Tafeln werden Bestandteil der Präsentation des Kreisverbandes der Gartenfreunde bei "Garten & Am- biente" sein. Zum fünften Mal beteiligen sich die Gartenfreunde an der Veranstaltung, während der sich die Altstadt zwischen Winckelmannplatz und Sperlingsberg in eine grüne Flaniermeile verwandeln soll. Dass sie das auch wird, daran hat der Vorsitzende des Kreisverbandes der Gartenfreunde, Peter Riebeseel, keinen Zweifel: "In noch keinem Jahr zuvor wurde die Veranstaltung so gut und so eng gemeinsam mit den Teilnehmern vorbereitet wie dieses Mal", zollt er den Organisatoren von der Hansestadt Stendal Lob.

Ursprünglich als Verkaufsausstellung zu Beginn der Gartensaison konzipiert, ist "Gaten & Ambiente" inzwischen weit mehr als das.

Nachmachen ist ausdrücklich erlaubt

Bester Beleg dafür ist die Teilnahme des Gartenfreunde-Kreisverbandes. Zu den zahlreichen Anbietern von Produkten aus dem, für den oder rund um den Garten gehören die Kleingärtner nämlich nicht. "Wir sind dabei, um zu zeigen, wie lebendig unser Verbandsleben ist. Wir wollen mit Kleingärtnern ins Gespräch kommen, Erfahrungen austauschen und diesem oder jenem Besucher vielleicht auch ein bisschen Geschmack auf unser Hobby machen", beschreibt der Gartenfreunde-Kreisvorsitzende, Peter Riebeseel, warum er und einige seiner Mitstreiter sich am Sonnabend die Zeit für die Gäste an ihrem "Garten & Ambiente"-Stand nehmen werden. "Von 10 bis mindestens 17 Uhr werden die Besucher immer Ansrechpartner an unserem Stand finden", versichert der Kreisvorsitzende.

Wer dieses Angebot annimmt, wird überrascht sein, wie weit über Schrebergartengrenzen hinaus das Denken und Handeln der Vereinskleingärtner geht. Vorgestellt wird am Stand der Gartenfreunde zum Beispiel der Tangerhütter Kindergarten-Garten. Ein soziales Projekt, über das Riebeseel gern sagt: Nachmachen sei nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich gewünscht. In eine ähnliche Richtung geht der Kleingarten-Wanderweg in Osterburg, über den bei "Garten & Ambiente" mehr zu erfahren sein wird. Soziales Engagement, wie es der Kreisverband der Gartenfreunde praktiziert, stellen auch die Tafelgärten dar, über die am Sonnabend einiges zu hören sein wird. 118 solcher Gärten gibt es mittlerweile in Vereinsanlagen in Stendal, Tangerhütte, Osterburg, Seehausen, Klietz und Bismark. Acht Tonnen Obst und 17 Tonen Gemüse wurden aus ihnen im vergangenen Jahr an die Stendaler Tafel und deren Außenstellen geliefert.

Soziale Projekte von Wanderweg bis Tafel

Zu den Angeboten von "Garten & Ambiente" gehören in diesem Jahr auch mehrere Vorträge. Einen solchen wird Rolf Möhrke halten. Der Fachberater beim Landesverband der Gartenfreunde wird ab 14.20 Uhr erläutern, was man über den Erdbeeranbau im Kleingarten wissen sollte. In der übrigen Zeit ist Rolf Möhrke am Stand der Stendaler Gartenfreunde zu finden und gibt Tipps.

Zu denen, die dort am Sonnabend für Aha-Effekte bei ihren Gästen sorgen werden, gehört auch Ehrhard Prozell. Der Wahrburger liefert ein zwar seltenes, aber nicht minder gelungenes Beispiel dafür, dass ein Imker in einer kleingärtnerischen Vereinsanlage nicht nur seinen Platz finden, sondern den auch zum Nutzen aller Gartenfreunde ausfüllen kann. Wie, das wird er den Gäste am Gartenfreunde-Stand selbst berichten und zeigen, kleine Kostproben der honigsüßen Vorjahresernte inklusive.

Wer mehr als wertvolle Anregungen zum genussvollen Kleingärtnern mitnehmen möchte, kann das tun. Nistkästen, Futterhäuschen und kleine Garten-Utensilien werden die Gartenfreunde gegen eine Spende für die Stendaler Tafel abgeben. Einige wenige Stauden aus den Kleingärten werden angeboten, auch das darf mit einer Tafel-Spende verbunden werden. Und wer auf aktuelle Tipps zum Kleingärtnern Wert legt, findet sie heute wieder unter unserer Rubrik "Der grüne Daumen".