Zu einem Tag der offenen Tür unter dem Titel "Erstes Maifest" laden der Förderverein Briest (Tangerhütte) und die Familie von Bismarck am Sonntag, 1. Mai, ins einzigartige Herrenhaus und den angrenzenden Park ein. Der darf sich seit einigen Monaten Gartenträume-Park nennen und steht damit in einer Reihe mit Anlagen wie dem Wörlitzer Gartenreich, dem Europa-Rosarium Sangerhausen oder eben dem Tangerhütter Stadtpark.

Briest. Maren von Bismarck, aber auch ihr Sohn Ulrich-Achatz und der Vorsitzende des Fördervereines Briest (Tangerhütte), Wolf-Rüdiger von Bismarck, wollen am Sonntag nicht nur die Gelegenheit bieten, sich über die Geschichte und die Bedeutung des Schaumburg’schen Landschaftsparkes rund ums Briester Herrenhaus und das alte Rittergut zu informieren. Sie wollen auch ins Gespräch kommen. "Von hier aus haben immer staatspolitisch aktive Menschen für das Gemeinwohl mitgedacht, man war sich seiner Verantwortung für die Menschen bewusst", sagt Maren von Bismarck. Dieses Gemeinschaftliche, zusammen etwas anzupacken, was der Allgemeinheit zugute kommt, das will sie auch künftig mit befördern.

Und so ist es nicht nur ihr ein Anliegen, dass unter anderem die Zusammenarbeit zum Wohle der wenige Kilometer entfernten Parkanlagen Tangerhütte und Briest funktioniert, sondern auch das Miteinander in der Einheitsgemeinde und ihren Ortschaften. Stadträte und Verantwortliche aus Tangerhütte und Umgebung hat der Förderverein Briest deshalb am Sonntag ab 11 Uhr zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde ins Briester Herrenhaus eingeladen.

Dabei soll es auch um die Vorstellung der Rahmenplanung für das Areal des Briester Familiensitzes derer von Bismarck gehen. Im alten Brauhaus etwa könnte ein Informationspunkt entstehen, der Besuchern den Zugang zur schaumburgschen Landschaftsgestaltung und zur Geschichte des Briester Vorwerkes und späteren Renaissance-Gutshauses eröffnet. "Dieses Gesamtkunstwerk verständlich und zugänglich zu machen, ist unser Ziel", sagt Maren von Bismarck.

Mit der Aufnahme des Parks in das Landesprojekt Gartenträume sind auch Arbeiten verbunden, die der historischen Anlage zu ihrem alten Charme zurückverhelfen sollen. Darüber, aber auch über den Geschiebegarten am Lehrpfad wird zu sprechen sein. Doch auch wenn die Steine, die dort liegen, gar nicht in die sumpfige Gegend gehören, liegt dem Förderverein Briest sehr wohl auch die naturnahe Bildung des Nachwuchses am Herzen. Der Lehrpfad in Richtung Tangerhütte sei dafür gut geeignet, so Maren von Bismarck.

Als sie 2007 den ersten großen Bauabschnitt der Außensanierung des alten Renaissance-Fachwerkbaus aus dem Jahre 1624 hinter sich hatte, da war lange nicht sicher, wie schnell alles weitergehen würde.

Inzwischen sind zahlreiche weitere Abschnitte saniert, Gewitterturm und Ostfassade sind im vergangenen Sommer fertiggestellt, die Südfassade im Anschluss erneuert worden. Nord- und Westgiebel wurden bereits zuvor erneuert, schon 2001 war der Treppenturm saniert worden. Derzeit arbeiten die Handwerker am Zwischenbau, der das Herrenhaus mit dem Wirtschaftsgebäude, zu DDR-Zeiten als Konsum genutzt, verbindet. Und der auch die Verbindung zum ältesten Teil des Gebäudes, einem Keller im Vorwerk, schafft.

Ab etwa 14 Uhr sind am Sonntag im Briester Herrenhaus und drumherum alle Besucher gern gesehen, es werden stündliche Führungen rund ums Haus und den Park angeboten und auch Kaffee und Kuchen soll es geben. Geplant ist der Tag der offenen Tür bis etwa 17 Uhr.

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