Ein besonderer Tag, verbunden mit ein wenig Aufregung, aber auch mit der Gewissheit, dass man älter und reifer wird: Für über 200 Mädchen und Jungen begann am Wochenende mit der Jugendweihe ein neuer Lebensabschnitt. Gefeiert wurde in drei Durchgängen im Saal des Tanzzentrums.

Stendal. 228 Urkunden, 228 Glückwünsche, 228 strahlende jugendliche Gesichter. Und das sind nur die Superlative, die sich bei der Jugendweihe am Sonnabend auf der Bühne zeigten. Noch viel mehr Glückwünsche, Geschenke und Freudensausdrücke gab es wohl im Anschluss an die Zeremonie. Denn der Saal des Tanzzentrums war so voll wie noch nie. Eltern, Großeltern, Geschwister – sie alle wollten dabei sein, als ihre Kinder, Enkel, Schwestern, Brüder ihre Jugendweihe bekamen. Da hätte kein zusätzlicher Stuhl mehr Platz gefunden.

Noch dazu war es eine Premiere, denn die Stendaler Jugendweihevereinigung war die erste in Sachsen-Anhalt, die ihre Jugendlichen zur Feierstunde lud. Was denen aber weit mehr Aufregung verschafft haben dürfte, war der Umstand, ganz im Mittelpunkt zu stehen. Im Scheinwerferlicht auf der Bühne, hunderte Augenpaare auf sie gerichtet, ein Moment voll Festlichkeit und Ernsthaftigkeit, Nachdenklichkeit und Freude.

Wo man mit 14 Jahren steht, fasste Mandy Schild in kurzen Versen zusammen und gewährte augenzwinkernd Einblick in die Welt der Jugendlichen: "Mit 14 trägt man die Jeans mit dem engsten Umfang; mit 14 hat man seine erste Liebe – schon wieder vergessen; mit 14 hat man endlich seine Eltern erzogen; mit 14 hat man viele Pläne und wenig Geld."

"Ihr seid geboren, um zu leben" coverte Mirjam Miesterfeldt von der Altmärker Gruppe "Lysander" einfühlsam einen Titel der Band Unheilig und ermunterte die Jugendlichen damit, ihr Leben zu gestalten, es frohen Mutes und selbstbewusst anzugehen.

Diesen Mut sprach ihnen auch Festredner Hardy Peter Güssau zu, der den jungen Leuten einige Ratschläge auf den Weg in die Erwachsenenwelt mitgab. "Ihr werdet an Fehlern wachsen. Glaubt daran, dass ihr einmalig seid, aber nicht die Größten." Der Liebe ihrer Eltern sollten sie sich gewiss sein und bereit zu Verzeihen und Nachgiebigkeit. Der Wert von Bildung sei nicht zu unterschätzen, denn "Bildung ist der einzig reale Besitz, den euch keiner mehr nehmen kann". Rücksichtsvoll gegen andere sein, Fremdes verstehen und sich das Träumen erlauben – auch dies soll den Jugendlichen gelingen, wünschte ihnen Güssau.

Für mitreißende, schwungvolle Abwechslung auf der festlichen Veranstaltung sorgte das Tanzzentrum, deren erwachsene und jüngere Tänzer Proben ihres Könnens gaben. Lebensfreude pur, die sich auch die Jugendweihlinge bewahren mögen.

   

Bilder