In Tangermündes Sekundarschule ist in den vergangenen Monaten jede Menge Geld geflossen. Nach der Gestaltung eines Teils des Schulumfeldes im vergangenen Jahr wird seit einigen Wochen im Keller des Hauses gearbeitet. Sind die Arbeiten dort beendet, geht es im Dachgeschoss weiter. Es wird Platz geschaffen für einen Musiksaal und einen Hauswirtschaftsraum.

Tangermünde. So wirklich Ruhe zieht in den Alltag der Sekundarschüler von Tangermünde nicht ein. War es im vergangenen Jahr die Gestaltung der Fassade ihres Schulhauses, die viele Wochen für Lärm und Schmutz sorgte, so ging es danach vor der Schule weiter. Ein Teil der Außenanlagen wurde neu gestaltet, so dass sich die Hinrich-Brunsberg-Schule jetzt zumindest von einer Seite komplett saniert zeigt. Projekte zur Umgestaltung des kleinen und gro- ßen Schulhofs gibt es auch. Nur das Geld dafür steht noch nicht bereit. Wenn es so weit ist, dann ist der Traum von einem schülergerechten Freizeitareal nicht mehr fern. Denn entstanden sind die Ideen auf Papier in Zusammenarbeit mit den Mädchen und Jungen, die hier zur Schule gehen.

Auch wenn bisher niemand weiß, wann es vor der Schultür mit den Bauarbeiten weitergeht, so bedeutet das auf keinen Fall Stille im Haus. Seit wenigen Wochen sind wieder Handwerker in dem Plattenbau aus den 80er Jahren unterwegs. Ganz planmäßig und mit einem Ziel.

Begonnen haben sie im Keller der Schule. Aus zwei Räumen haben sie in den vergangenen Wochen einen gemacht, dafür eine Wand durchbrochen und die Decke tiefer gehängt. Ziel der Aktion: Im Keller wird künftig der Musiksaal der Schule seinen Platz bekommen. Darüber freut sich ganz besonders Andreas Dertz.

Lehrer mit viel Liebe für sein Fachgebiet

Als Lehrer für Musik und engagierter Chorleiter hat er in den vergangenen Jahren an der Sekundarschule aus musikalischer Sicht jede Menge bewegt. Er hat den Schulchor wieder zum Leben erweckt, ein Tangermünde-Lied geschrieben, als die Stadt das 1000-Jährige ihrer Burg feierte. Andreas Dertz schaffte es sogar, ein großes Sinfonieorchester in die unattraktive Sporthalle der Sekundarschule zu holen. Mit ihrem sehr anschaulichen und unterhaltsamen Programm begeisterten die Musiker all jene Schüler, denen es erlaubt war, diesen Besuch zu erleben. Außerdem hat Dertz in den vergangenen Jahren ein musikalisches Pilotprojekt in die Schule geholt und den Mädchen und Jungen damit etliche Musikinstrumente mehr als üblich zur Verfügung gestellt.

Damit das Musikprojekt der Brunsbergschule auch weiterhin leben und vor allem ausgelebt werden kann, war es unter anderem der Vorschlag von Andreas Dertz selbst, mit all den Ausstattungsgegenständen künftig in den Keller zu ziehen, hier einen Musiksaal einzurichten.

Dieser Idee folgte die Schulleitung Ende vergangenen Jahres, als feststand, dass es der Schule auch möglich gemacht wird, einen neuen Hauswirtschaftsraum zu errichten. Die Kreissparkasse Stendal finanziert dieses Vorhaben. Die Pläne dafür lagen bereits im Landratsamt bereit.

Um Kosten für eine aufwendige Entlüftungsanlage zu sparen, wird der Hauswirtschaftsraum künftig unter dem Dach der Schule seinen Platz haben – in das ehemalige Musik-Reich von Andreas Dertz einziehen. Da er selbst von einem Musiksaal im Keller gesprochen hatte, gibt es hier keine Streitigkeiten. Und: Andreas Dertz bekommt für sich und seine Schüler sogar schon viel eher als die Hauswirtschafter die Räume zur Verfügung gestellt. In wenigen Tagen werden die Arbeiten abgeschlossen sein. "Ich hoffe, dass wir noch vor Ferienbeginn hier einziehen können", sagte Schulleiterin Gisela Ahrends jetzt in einem Gespräch. Packen viele Schüler mit an, dann sind all die Instrumente und die vielen anderen Dinge für den Musikunterricht im Handumdrehen vom Dachgeschoss in den Keller gebracht.

Ist das geschafft, dann kann Andreas Dertz seinen Unterricht in den hellen und neu gestalteten Kellerräumen aufnehmen. Hier hat er all das, was er für den Musikunterricht benötigt, sofort griffbereit, muss nichts mehr zur Seite räumen oder in Schränken verstauen. Der Musiksaal ist dann wirklich nur noch für den Musikunterricht da.

Sind die Arbeiten im Keller beendet, wird der Wirkungsbereich der Handwerker in das Dachgeschoss der Schule verlagert. Aus dem einstigen Musikraum wird dann der Hauswirtschaftsraum entstehen. Dieser Plan hat einen ganz großen Vorteil: Nichts vom beigefarbenen Charme aus DDR-Zeiten wird erhalten bleiben. Wer in der Brunsbergschule künftig den Hauswirtschaftsunterricht besucht, darf sich auf modernste Voraussetzungen freuen, auf eine Küche, die vielleicht sogar schicker ist als im eigenen Zuhause.

Vorfreude auf den praktischen Unterricht

Die Schülerinnen, die im September vergangenen Jahres zusammen mit Dieter Burmeister, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Stendal, einen Rundgang durch den alten Hauswirtschaftsraum unternahmen, freuen sich schon jetzt auf das neue Reich. "Dann können wir endlich wieder praktisch lernen", hatte damals Schülersprecherin Katharina Parade gesagt. Seit mehr als einem Jahr gibt es nämlich in der Brunsbergschule keinen praktischen Hauswirtschaftsunterricht mehr. Der Grund: Kniehoch hatte sich das Abwasser aufgrund eines Rückstaus im Keller der Schule ausgebreitet. Noch Monate danach stank es. Gekocht und gebacken wird seitdem nicht mehr.

 

Bilder