Seit längerer Zeit ist die Stadt damit beschäftigt, einen Flächennutzungsplan zu erstellen. Dieses Verfahren ist aufwendig, nimmt viel Zeit in Anspruch und kostet die Stadt außerdem jede Menge Geld. Doch ein solcher Plan ist erforderlich, um künftige Investitionen zulassen zu können.

Tangermünde. Die Stadt Tangermünde hat die Erarbeitung eines Flächennutzungsplanes in Auftrag gegeben. Was die meisten anderen Städte Sachsen-Anhalts seit Jahren besitzen, soll nun auch für die Elbestadt zu Papier gebracht werden. Der Grund: Die bisher vorhandenen Industrieflächen sind vergeben. Um neue erschließen zu können, bedarf es eines solchen Planes. War früher ein Bebauungsplan dafür ausreichend, verlangt das Gesetz heute zuerst einen Flächennutzungsplan, dann den Bebauungsplan.

Sollte heute oder morgen ein potentieller Investor an die Rathaustür klopfen, hätte die Stadt ein Problem. Alle für Industriezwecke zur Verfügung stehenden Flächen sind vergeben. Es ist kein Platz mehr in den dafür ausgewiesenen Gebieten rund um Tangermünde.

Deshalb hatte der Rat Ende 2007 den Beschluss zur Aufstellung eines solchen Planes gefasst. An welcher Stelle vor den Toren der Stadt wäre es künftig möglich, weitere Ansiedlungen zu genehmigen, soll damit unter anderem geklärt werden.

Während der jüngsten Bau- und auch Hauptausschusssitzung wurde der Vorentwurf für die Stadt inklusive ihrer Ortsteile besprochen. Die Erarbeitung eines Flächennutzungsplans ist eine "langwierige und teure Aktion", sagte Bürgermeister Dr. Rudolf Opitz während der Hauptausschusssitzung. Und: Dessen Genehmigung werde "nicht so locker durchgehen".

Einen ersten Schritt haben Verwaltung und Räte – sowohl in der Stadt als auch in den Ortschaften getan. Der Entwurf des Flächennutzungsplans, erarbeitet von einem Planungsbüro in Irxleben, wurde besprochen und mit Hinweisen ergänzt beziehungsweise korrigiert.

Grundlage für den Plan ist ein Zeitraum von 15 Jahren. Dabei, so Planer Nils Funke, spiele die demografische Entwicklung in der Region eine große Rolle. Es sei also unmöglich, in diesen Plan neue Wohnbebauungsflächen aufzunehmen, wenn es noch ausgewiesene Bebauungsgebiete in der Stadt oder den Gemeinden mit freien Fläche gibt.

Vielmehr weist der Entwurf die vom Rat einst gewünschte Erweiterung des Industriegebietes in nördliche Richtung aus. Links und rechts der Bundesstraße 188 sei es noch möglich, industrielle Ansiedlungen zuzulassen. Umfangreiche Gutachten sind diesem Planungsvorschlag inzwischen vorausgegangen.

Was in den nächsten Monaten passieren wird, ist eine Abfolge von öffentlicher Auslegung der Pläne, Stellungsnahmen, deren Einarbeitung und erneuter Auslegung. Immer wieder würden auch Stadtrat und Ortschaftsräte dazu Beschlüsse fassen müssen. Letztendlich genehmige der Landkreis dieses Papier.

Aus heutiger Sicht geht die Tangermünder Verwaltung davon aus, dass der Flächennutzungsplan Anfang 2012 beschlossene Sache sein wird. Etwa 100 000 Euro wird die Stadt dafür am Ende bezahlt haben.

"Doch es gibt keine Alternative", so Sachgebietsleiter Thomas Stagneth. Selbst die jetzt in Angriff genommene Änderung innerhalb des Industriegebietes zugunsten des künftigen Kulturhauses wäre nicht möglich gewesen, "wenn wir mit dem Flächennutzungsplan nicht schon diesen Stand erreicht hätten", betont der Verwaltungsmitarbeiter.