Dass die Entsorgung von Sperrmüll bereits über die Gebühren bezahlt ist, scheinen viele zu vergessen. Immer wieder wird Unrat in Wäldern oder am Wegesrand abgeladen. Immer häufiger findet sich dabei auch gewöhnlicher Hausmüll. Das empörte jetzt sogar schon die Urlauber.

Stendal. "Einen wirklich schönen Urlaub", haben Ute Wagner und Rüdiger Schön aus dem Westerwald in Uenglingen verbracht. So schrieben sie jedenfalls in einer E-Mail der Volksstimme. Was die beiden Rheinland-Pfälzer bewogen hat, uns von ihrem Urlaub zu erzählen, ist ein Erlebnis eher unschöner Art.

Denn auf einer kurzen Wanderung von Uenglingen durch den Wald nach Stendal ist ihnen neben der idyllischen Lage vor allem eines aufgefallen: Müll. "Einfach abstoßend" finden die beiden das. Dass generell mal ab und zu Müll liege, daran habe man sich ja schon gewöhnt. "So sind halt die Menschen", schreiben sie resigniert an die Volksstimme. "Aber das hier geht gar nicht. So eine schöne Landschaft, ein sehr hoher Wildtierbestand, und dann dieser Schmutz, da sollte strenger kontrolliert werden."

Genau darum bemühe sich das städtische Ordnungsamt auch, bekräftigt Stadtsprecherin Sybille Stegemann. "Wir selbst haben natürlich ein großes Interesse, dass solche Dinge nicht passieren, beziehungsweise dass der Müll schnellstmöglich beseitigt wird." Dabei gibt es aber erst einmal eine bürokratische Hürde. Bevor der Müll angefasst wird, muss herausgefunden werden, wem die Fläche gehört, auf der er liegt. Dann müsse der Eigentümer bemüht werden. Ist die Stadt zuständig, setzt sie sich mit der Abfallbehörde und dem Entsorger in Verbindung und organisiert die Beseitigung.

Das wird jetzt auch im vorliegenden Fall passieren. "Das Ordnungsamt hat die Abfälle an den neun Fundstellen nach Art und Menge erfasst und entsprechende Fotos gefertigt und wird die Angelegenheit der Unteren Abfallbehörde beim Landkreis Stendal übergeben", sagt Stegemann.

Illegal abgeladener Müll beschäftigt die Ämter und Behörden kontinuierlich. Jährlich würden rund 100 Tonnen wilder Müll in der Stadt eingesammelt. Bei der Unteren Abfallbehörde des Landkreises gehen pro Woche etwa zehn bis 15 Anzeigen ein. Verursacher werden allerdings kaum dingfest gemacht. Auf frischer Tat wird ohnehin selten jemand ertappt, und die Hinweise, die zu finden sind, sind selten eindeutig oder werden widerlegt.

Wenn die Beweislage allerdings eindeutig ist, dann kann es zu einer Bußgeld-Strafe kommen. Und der Abfall muss vom Verursacher wieder beseitigt werden. Es sei denn, es sind gefährliche Abfälle. Die müssen sofort entsorgt werden – auf Kosten des Gebührenzahlers.

Die schönen Impressionen vom Stendaler Ortsteil immerhin hat das Müll-Erlebnis der beiden Westerwälder Urlauber nicht getrübt. "Wir werden immer wieder kommen", schreiben sie in ihrer E-Mail an die Volksstimme, "dieses Dorf ist einfach sehr schön, auch die Nähe zur Stadt, alles sauber und gepflegt."