Stendal (bi). "Jedermann liebt den Samstagabend", singen rund 40 Senioren ausgelassen. Drei von ihnen schwingen Rasseln, die sie zuvor von Dr. Assion Lawson gereicht bekommen hatten. Der Rest klatscht im Rhythmus in die Hände, während Lawson auf seine Trommel schlägt. Er fordert die Gäste immer wieder auf: "Und noch einmal singen, jetzt vier Mal hintereinander."

Lawson stammt aus Afrika – und Samstagabend ist zwar nicht, aber dafür Mittwochnachmittag – und damit "Generationscafé" der Bürgerinitiative Stendal im Theatercafé. Einmal im Monat findet es statt. Diesmal ist der Afrika-Kreis der Evangelischen Stadtgemeinde zu Besuch, denn dieser Nachmittag steht voll im Zeichen des Südens, allerdings mit norwegischem Einschlag: Denn diesmal bedient eine Trontheimerin die älteren Damen und Herren an den Tischen: Die 17-jährige Austauschschülerin Lea Kristine Myklebust (17).

Bei Kaffee, Kuchen und schummrigen Kerzenschein lauschen die Senioren dann nach Lawsons musikalischer Einstimmung, was Afrika-Kreis-Mitglied Regina Keita von ihrem Leben in Mali zu erzählen hat – einem der ärmsten Länder der Welt. 35 Jahre hat sie dort gelebt und gearbeitet – als Textilingenieurin. "1972 zog ich mit meinem Mann und meinen zwei Kindern in die Stadt Ségou. Dort habe ich in einer Fabrik gearbeitet, die Baumwolle verarbeitete", erzählt Keita, während sie viele bunt bedruckte Tücher hervor holt und sie dem Publikum zeigt.

Dann zieht sie Bücher aus ihrer Tasche und sagt: "Damit Sie einen Eindruck von Afrika bekommen." Und den bekommen die Zuhörer. "Sehr interessant. Das ist ein ganz anderes Leben. Es ist kaum möglich, sich da hineinzuversetzen", merkt Christa Fels an, zeigt dabei auf ein Foto auf dem eine afrikanische Frau einen Kübel auf ihren Kopf trägt und diesen mit der Hand festhält. Auch die Erzählungen von Regina Keita kommen gut an: "Es ist interessant, Schilderungen eines ganz anderen Lebens zu hören", sagt Ruth Pohlmann und gibt noch einen Tipp: "Das Afrika-Café in der Marienkirche ist schön, besonders zu Weihnachten."