Ende Januar erhielt die Freiwillige Feuerwehr Vinzelberg ihr neues Fahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank. Am Freitag nutzte Wehrleiter Henry Fels die Jahreshauptversammlung, um das Schmuckstück allen Kameraden einschließlich der Alters- und Ehrenabteilung sowie Vertretern befreundeter Wehren vorzustellen.

Vinzelberg. Das Feuerwehrjahr 2011 begann für die Vinzelberger Truppe schon recht turbulent. Turbulent im positiven Sinne wegen des Abholens des neuen Fahrzeugs. Im negativen Sinne turbulent wegen des Einsatzes vor knapp zwei Wochen. Die Wehr wurde zu einem Verkehrsunfall mit drei Todesopfern gerufen. Bei diesem Unfalleinsatz bestand das neue Gefährt die sogenannte Feuerprobe.

Finanziert wurde das Fahrzeug, das bereits 2010 bestellt wurde, noch von der Gemeinde Vinzelberg. Am Freitgag wurde es offiziell der Wehr übergeben. Das TSF-W8 löst das alte Fahrzeug (LF8 LO), das knapp 35 Jahre lang seinen Dienst tat, ab. Neu an Bord ist der 800 Liter fassende Wassertank. Das Fahrzeug bietet Platz für sechs Kameraden, also eine Staffel. Ausgestattet ist es mit einem Lichtmast, der das Ausleuchten der Einsatzstelle im Dunkeln ermöglicht, hinzu kommen diverse Gerätschaften, kurz: "Da ist alles drauf, was wir beim Einsatz brauchen", so der Wehrleiter.

Der Öffentlichkeit wird das Fahrzeug am 30. April vorgestellt. Dann richtet die Feuerwehr einen Tag der offenen Tür aus. Unterstützt wird sie bei dieser Veranstaltung von den Mitgliedern des Fördervereins der Feuerwehr. Diese haben in den zurückliegenden Jahren der Wehr bereits unter die Arme gegriffen. Fels lobte die Zusammenarbeit mit dem Verein und nannte sie "hervorragend".

Zufrieden ist Henry Fels im Großen und Ganzen auch mit dem Personal- und Ausbildungsstand der Kameraden, auch wenn es in einigen Bereichen durchaus noch Verbesserungen geben kann. So verweist der Wehrleiter auf 230 abgehaltene Dienstabende im Jahr 2010. "Das sind weniger, als wir geplant hatten. Auch die angedachten Ausbildungsstunden mit benachbarten Wehren kamen kaum zustande", so Fels. Lediglich eine Ausbildung mit den Uchtspringer Kameraden fand statt. Insgesamt wurden von den Vinzelberger Brandbekämpfern 710 Ausbildungsstunden erbracht.

In diesem Jahr sollen Ausbildungsstunden und Dienst- abende optimiert werden. Fels will dies mit einem straffen Plan erreichen. So ist 2011 eine Sommerpause vorgesehen. Im vorigen Jahr scheiterten Dienstabende, weil Kameraden beim Einholen der Ernte beschäftigt waren oder nicht anwesend waren. Insgesamt sei eine "größere Beteiligung aller Kameraden wünschenswert", so der Wehrleiter.

Der Personalstand der Vinzelberger Feuerwehr bewegt sich seit den vergangenen drei Jahren um die 40 Mitglieder. 21 Kameraden gehören davon der aktiven Truppe an. Zehn Mitglieder weist die Frauenfeuerwehr auf. In der Alters- und Ehrenabteilung gibt es neun Mitglieder.

Bei seinem Rückblick auf das Feuerwehrjahr 2010 verwies Henry Fels auf die Eingemeindung Vinzelbergs im April in die Hansestadt Stendal: "26 Ortswehren bilden nun eine Wehr. Wir haben alle eine einheitliche Feuerwehrsatzung. Das ist Pflicht und Chance zugleich."

Die Vinzelberger Truppe ist von 18 bis 6 Uhr einsatzbereit. 2010 rückte sie viermal aus. Erster Einsatz war am 9. Mai. Im Ort musste eine Ölspur beseitigt werden. Zu einem Brand wurden die Kameraden am 23. Juli nach Börgitz gerufen. Dort beteiligten sie sich daran, ein Feuer auf einem Dachstuhl zu löschen. Am frühen Heiligabend entfernten die Kameraden einen umgestürzten Baum auf der L30. Und auch am zweiten Weihnachtstag musste die Wehr ausrücken. Dort beteiligten sie sich am Freischnitt umgestürzte Bäume, damit beschädigte Stromleitungen repariert werden konnten.