Elf Mitglieder der Tangermünder Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) gingen am Sonnabendmorgen trotz Minusgraden tauchen. Im Dahlener Kiessee stiegen sie zu zwei Übungseinsätzen ab. Rico Blaneck, Einsatztaucher der Gruppe, hatte den Trainingstag vorbereitet und leitete den Einsatz.

Tangermünde. Eigentlich wäre der Sonnabend ein Tag gewesen, an dem man zu Hause bleibt, das kuschlig warme Heim genießt und lediglich einen Blick nach draußen wagt. Ganz bestimmt war der Sonnabend kein Tag, um unter freiem Himmel zu baden.

Für die Taucher der Tangermünder Ortsgruppe der DLRG sah das jedoch ganz anders aus. Für sie war der Sonnabend der Übungstag – einmal pro Monat findet ein solcher statt. Das ist Voraussetzung, um auch weiterhin als Einsatztaucher tätig sein zu dürfen.

Anders als bei allen anderen Übungen zuvor war das Training am Sonnabend auf jeden Fall. Zwei Stationen hatte sich Rico Blaneck, DLRG-Mitglied und Einsatzleiter des Tages, ausgedacht. Bei beiden mussten jeweils zwei Taucher zeitgleich unter Wasser arbeiten. Dabei waren sie mit einer etwa ein Meter langen Leine verbunden. Ungewohnt, denn ein solches Tauchen kennen die Männer nicht.

Ziel für die Taucher war es, einmal per Kompass unter Wasser zwei zuvor gesetzte Bojen anzusteuern. Letztendlich sollte so ein Dreieck unter Wasser abgetaucht werden. Eine Herausforderung für die Männer. Die erste Gruppe hatte sich bereits auf den ersten Metern mächtig verpeilt und musste von Dieter Kempf und Florian Nitschke, die im Ruderboot auf dem See unterwegs waren, darauf aufmerksam gemacht werden. Dazu mussten die Bootfahrer nur an der Boje ziehen, die am Rücken eines Tauchers befestigt war.

Die andere Übung wurde ebenfalls in Partnerarbeit absolviert. Ein Leinenführer an Land musste die beiden Taucher zu einer im Wasser positionierten Boje führen. Die Leine ging von Land zu einem der Taucher. Dieser musste über die kurze Verbindungsleine zu seinem Partner die Signale von Land weitergeben.

In etwa vier Metern Tiefe bewegten sich die Männer durch den Kiessee. Das ist für die Tangermünder DLRG-Mitglieder nichts Unbekanntes. Doch der direkte Partner unter Wasser und die Arbeit mit dem Kompass waren etwas völlig Neues.

"Im Sporttauchen ist es üblich, den Kompass zu benutzen", sagte Rico Blaneck. Und da die Übungseinsätze ja auch immer ein wenig Abwechslung bieten sollen, hatte er sich am Wochenende einmal für ganz andere Methoden des Tauchens entschieden.

Der Dahlener See sei nur eine Notlösung, so der Tangermünder. Alle anderen rund um Tangermünde könnten derzeit nicht genutzt werden. Das Hochwasser mache sie entweder unerreichbar oder wegen des aufsteigenden Grundwassers nicht nutzbar.

Es war der zweite Übungseinsatz des Jahres.

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