Das Hochwasser an Elbe und Uchte ist abgeklungen, aber der hohe Grundwasserstand macht den Anwohnern vielerorts noch zu schaffen. So stehen Keller oder Gärten unter Wasser. Dem Stadtentwicklungsausschuss stellt Hans-Ulrich Klante vom Unterhaltungsverband "Uchte" eine wissenschaftliche Untersuchung vor.

Stendal. Die Hochwassersituation an Elbe und Uchte hat sich entspannt. Vor allem an der Uchte sank der Pegel rapide. "Wir hatten einen mittleren Hochwasserstand, das ist nichts Besonderes. Das Wasser floss schnell wieder ab", erläutert Hans-Ulrich Klante, Geschäftsführer des Unterhaltungsverbands "Uchte". Derzeit hat die Uchte einen Pegel von 44 Zentimetern. 60 Zentimeter ist der Mittelwert (alle Werte durch die Anzahl aller Tage des Jahres). Befürchtungen, dass die Gräben durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen werden und volllaufen, sind nicht eingetroffen.

Was aber immer noch Sorge bereitet, ist der hohe Stand des Grundwassers. So stehen mancherorts Gärten oder Keller unter Wasser. Auch Ackerflächen sind betroffen. Auf ihnen steht das Wasser wie in einer Schale und kann aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht versickern. Wegen des hohen Grundwasserstands zeigt auch der Flottgraben bei Stendal einen hohen Wasserstand an.

Wie es in Stendal und Umgebung mit dem Stand des Grundwasserspiegels steht, erläutert Hans-Ulrich Klante dem Stadtentwicklungsausschuss am 2. März. Er stellt eine wasserwirtschaftlich-wissenschaftliche Untersuchung in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Magdeburg-Stendal (Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft) vor. Berücksichtigt werden darin unter anderem die bestehenden Geoformationen, Abfließrichtungen sowie das Niederschlagsaufkommen der vergangenen Jahre.

Klante gibt zudem zu bedenken, dass alle Flächen, die befestigt, bebaut oder versiegelt sind, dem Grundwasserspiegel erneut Wasser zuführen. Während der Vegetationszeit verdunsten 78 Prozent des Oberflächenwassers. Derzeit verdunstet aber nichts. Der hohe Grundwasserstand wird also noch lange erhalten bleiben.

Klante stellt fest, dass der Grundwasserpegel der Region zwar erhöht ist, es aber kaum zu solch großen Ausmaßen kommen wird wie im Bereich Schönebeck/Barby. Wie der Wasserwirtschaftler mitteilt, sind Geoformationen ausschlaggebend. Diese Formationen weisen in Schönebeck und Barby andere Gegebenheiten auf als in der Altmark. Hinzu komme im Bereich Schönebeck/Barby, dass durch die Stilllegung von Industrie dem Grundwasser nun weniger Brauchwasser entnommen wird. Eine Folge daraus ist, dass das Grundwasser steigt.

In Buchholz hat die Planung zum Schutz vor Wasser nach heftigen Niederschlägen ihre Wirkung gezeigt. Der 2010 angelegte Damm hielt im Januar dem ablaufenden Schmelzwasser stand. Dass diese Maßnahme auf Dauer nicht reichen wird, darin ist sich Klante sicher. In Planung ist daher noch ein Rückhalte- und Sedimentebecken. Noch ist aber offen, wann dieses Becken gebaut wird. "Wasserwirtschaft verlangt nach Investitionen", macht Klante klar. Besondere Ereignisse machen dies notwendig.