Ein Topf, der selber umrührt, menschliche Haare als Dämmmaterial oder der gläserne PC – altmärkische Schüler haben sich wieder reichlich Gedanken gemacht und sind auf interessante Ideen gekommen. Der Regionalwettbewerb "Jugend forscht" hat sie dazu animiert, gestern war Projektpräsentation und Prämierung. Und sogar die Kultusministerin war da.

Stendal. "Wenn man sich das hier anschaut, dann muss uns um die Zukunft der Jugend nicht bange sein. Das sind die Leute, auf die die Hochschulen ganz scharf sind." Kultusministerin Birgitta Wolff (CDU) ist voll des Lobes und der Anerkennung, als sie gestern ihren Rundgang durch die Projektvorstellung von "Jugend forscht" im Musikforum Katharinenkirche macht. Selbst wenn ihr Besuch wahlperspektivisch motiviert gewesen sein sollte – eine besondere Anerkennung für die Schüler war es allemal.

Mehr als 70 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 21 Jahren haben getüftelt, gegrübelt, in Frage gestellt, erfunden und montiert. Herausgekommen sind 40 Projekte aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik – unterteilt in die zwei Bereiche "Jugend forscht" und "Schüler experimentieren" (Teilnehmer bis 14 Jahre).

Beachtlich findet Thomas Barniske vom BIC Altmark, das den Wettbewerb zum vierten Mal gemeinsam mit den Stadtwerken Stendal ausrichtet: "Mehr als die Hälfte der Projekte kommen aus der Altmark. Und besonders freut uns, dass auch das Stendaler Hildebrand-Gymnasium wieder mit dabei ist." Allerdings wünsche er sich, dass mehr Sekundarschulen und auch Azubis und Grundschulen teilnehmen. Schulen aus Stendal, Tangermünde, Osterburg, Havelberg, Gardelegen, Magdeburg, Möser, Staßfurt, Calbe/Saale, Wernigerode waren diesmal dabei. Wenngleich es manchmal sogar dieselben Schüler sind, die mitmachen – ihre Ideen sind neu.

1000-Euro-Schulpreis

Sie haben sich zum Beispiel überlegt, wie man Schwermetalle aus Abwasser entfernen kann, wie man einen Topf dazu bringt, selbst umzurühren, wie man die Sinne bei Kindern schulen kann oder dass menschliche Haare doch ein umweltfreundliches, immer nachwachsendes Dämmmaterial wären.

Belohnt wurden die besten Ideen nicht nur mit symbolischer Würdigung, sondern auch mit Geld: 75 Euro für den 1. Platz und damit Qualifizierung für den Landeswettbewerb, 60 Euro für den 2. Platz, 45 Euro für den dritten Platz. Zudem wurden Schul- und Sonderpreise vergeben. Einen 1000-Euro-Schulpreis heimste das Winckelmann-Gymnasium Stendal ein, das sich seit vielen Jahren kontinuierlich am Wettbewerb beteiligt.

Aber auch wenn es nicht zum Regionalsieg oder einem vorderen Platz gereicht hat, eine spannende Erfahrung ist die Teilnahme allemal. Das sieht Landeswettbewerbsleiterin Beate Enzian so und spricht vom "Jugend forscht"-Virus, der die Teilnehmer ansteckt. "Wer einmal damit infiziert ist, der wird es nicht wieder los. Aber es ist ja ein gutartiges Virus!"

   

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