Stendal. Ehrenamtliches Engagement, das hoch anzuerkennen und unverzichtbar ist. So ordnet Sachsen-Anhalts Sozialminister Norbert Bischoff (SPD) das Wirken der Stendaler Tafel ein, deren Ausgabestelle in der Adolph-Menzel-Straße er gestern besuchte. Zustande kam diese Stippvisite auf Anregung des SPD-Landtagsmitgliedes Tilman Tögel.

Bärbel Kohl, Leiterin des rund 30-köpfigen Teams Ehrenamtlicher, berichtete dem Minister über die Arbeit, mit der die Tafel landkreisweit inzwischen mehr als 1000 Menschen unterstützt. "Denn hinter jedem, der zu uns kommt, steht eine Familie, stehen meist auch Kinder", weiß sie. Einmal in der Woche öffnet die Tafel in Stendal ihre Türen, alle drei Wochen an einem Tag in Osterburg, Tangermünde und Tangerhütte.

Ob die wachsende Zahl der Besucher der Tafel mit steigender Bedürftigkeit oder dem Sinken der Hemmschwelle vor einem solchen Besuch begründet sei, wollte Tilman Tögel wissen. "Die Hemmschwelle der Leute ist niedriger geworden, weil es immer mehr Menschen gibt, die auf dieses Angebot angewiesen sind, um über die Runden zu kommen", schätzte Bärbel Kohl ein.

Bernd Zürcher, Leiter der Regionalstelle Altmark des Paritätischen, unter dessen Dach die Stendaler Tafel arbeitet, bat den Minister, sich für größere Unterstützung sozialer Projekte einzusetzen. Es müsse möglich sein, dass zum Beispiel über die Arbeitsagentur oder das Jobcenter geförderte Maßnahmen im sozialen Bereich länger als nur wenige Monate mit den gleichen Leuten laufen können. "Hier brauchen wir Ausnahmeregelungen." Bischoff versprach, sich dafür beim Wirtschaftsministerium einzusetzen.