Stendal. Der am Ziegeleiweg geplante Solarpark soll nach Angaben der Investoren Strom für 1500 Haushalte produzieren (Volksstimme berichtete am Sonnabend) – und das emissionsfrei. Ein Kohlekraftwerk würde, um diese Energiemenge zu erzeugen, 5000 Tonnen Kohlendioxid in die Luft blasen. Der Klimaschutzbilanz der Hansestadt würde der Sonnenstrom also gut zu Gesicht stehen.

Ebenso wie dem Photovoltaik-Projekt der Demminer Firma Spot Energy stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung in der vergangenen Woche dem Vorhaben der Stadtverwaltung zu, ein Klimaschutzkonzept für Stendal zu erarbeiten. Es soll das Energieversorgungskonzept, das bereits in Arbeit ist, ergänzen. "Die Gestaltung einer nachhaltigen, preisgünstigen und wirtschaftlich sinnvollen Energiebereitstellung mit hoher Versorgungssicherheit und eine gezielte Reduzierung der Treibhausgasimissionen sollen hierbei eine Einheit bilden", lautet der in der Begründung der Beschlussvorlage formulierte Anspruch.

Dabei sollen bisher nicht berücksichtigte Bereiche wie Mobilität oder regionale Stoffströme, etwa Abfall und Abwasser, einbezogen werden. Zum Konzept sollen unter anderem eine Kohlendioxid-Bilanz, Prognosen für deren Verbesserung und ein Maßnahmekatalog zur Verminderung von Treibhausgasemissionen gehören. Im Ergebnis soll eine 75-prozentige Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen bis zum Jahr 2035 erreicht werden, bezogen auf das Jahr 1990. Die Kombination aus Klimaschutz- und Energiekonzept soll letztlich als strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für die künftige Entwicklung der Stadt taugen.

Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von 40 000 Euro und bemüht sich um Fördermittel aus dem Bundesumweltministerium, das Zuschüsse bis 65 Prozent in Aussicht stellt. Den Rest sollen nach dem Willen der Verwaltung lokale Geldgeber wie Stadtwerke und Abwassergesellschaft übernehmen.