Wie sich Architekten aus Sachsen-Anhalt die Bebauung von zwei Stendaler Baulücken vorstellen, zeigt die Ausstellung der Arbeiten des Architekturwettbewerbs "Mut zur Lücke" im Stadthaus. Zur Eröffnung am Dienstag erklärten vier der Preisträger ihre Projekte.

Stendal. "Zumindest virtuell sind die Lücken gefüllt", stellte Moderatorin Cornelia Heller am Dienstag zur Eröffnung der Ausstellung "Mut zur Lücke" im Stadthaus fest (die Volksstimme berichtete). Ob an den altstädtischen Adressen Bruchstraße 18 und Brüderstraße/Ecke Wüste Worth tatsächlich irgendwann gebaut wird, und ob dann zwei der vorgeschlagenen Projekte verwirklicht werden, das hängt am Ende von den Bauherren ab.

Der 1. Preis für die Bruchstraße 18 hat, kaum dass die Volksstimme den Entwurf veröffentlichte, bereits Diskussionen, vor allem Widerspruch ausgelöst. Architekt Andreas Müller vom Magdeburger Büro META Architektur erläuterte sein Werk bei einem Ausstellungsrundgang. Er habe sich in Grundriss und Trauflinie der Nachbarbebauung angepasst, und die Fassade aus roten Tonelementen beziehe sich auf die das Stendaler Stadtbild bestimmende Backsteingotik, sagte er. Müller bezeichnete seinen Vorschlag als "gestapeltes Reihenhaus", geplant für junge Familien, mit Garten, Spielflächen und Parkplätzen hinter dem Haus.

Ihr Entwurf für das selbe Grundstück brachte Architektin Katja Eckardt vom Magdeburger Büro Avisplus einen 3.Preis ein. Ihr ebenfalls gestaffeltes, aber mit einer ruhigeren Fensterfront versehenes Vorderhaus wird im rückwärtigen Bereich durch ein zweigeschossiges Hinterhaus ergänzt. Damit werde eine "dörfliche Idylle mitten in der Stadt" geschaffen, sagte sie.

Das große, schon 1967 durch Abriss eines Fachwerkhauses leergeräumte stadteigene Grundstück an der Ecke Wüste Worth/Brüderstraße sah unter anderen das ortsansässige Büro Bach/Schwarzbrunn/Zabries als Herausforderung an. Architekt Clemens Bach hat zwei ineinander verzahnte Baukörper mit acht Wohnungen entworfen und dafür einen zweiten Preis bekommen. Der Riegel an der Brüderstraße erscheint auf den ersten Blick zweigeschossig wie die angrenzende Bebauung, birgt unter dem Dach aber ein eingezogenes drittes Geschoss.

<6>Ähnlich das Projekt von Architekt Andreas Bollmann aus Halle/Saale, das die Jury ebenfalls mit einem zweiten Preis würdigte. Bollmann hat in den zwei Flügeln sogar zwölf Wohnungen untergebracht, die an der Rückseite über Laubengänge erreichbar sind.

<7>Bollmanns bescheidene Einschätzung seines eigenen Entwurfs könnte auch für alle anderen gelten: "Nicht die letzte Lösung, aber ein Ansatz."<8>

   

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