Seit zehn Jahren gibt es die Initiative Service-Qualität. Dabei wurde das Q-Siegel entwickelt. Es bescheinigt zertifizierten Unternehmen ein funktionierendes Qualitätsmanagement. Am Mittwoch erhielten 20 weitere Unternehmen während des Sachsen-Anhalt-Tages auf der ITB in Berlin das Siegel. Darunter waren auch zwei Unternehmen aus der Altmark.

Berlin. "Es ist mir eine besondere Ehre, zwei altmärkische Betriebe auszuzeichnen", sagte Tilman Tögel, stellvertretender Vorsitzender des Landestourismusverbandes, am Mittwoch. Der Stendaler hielt während des Sachsen-Anhalt-Tages auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) am Mittwoch die Laudatio. Zusammen mit Landeswirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff verlieh er dem Schullandheim Klietz und der Hydraulik Service GmbH aus Salzwedel das begehrte Q-Siegel. Das Zertifikat gilt zwar bis 2014. Um es zu behalten, muss jedoch ein Maßnahmenplan mit Verbesserungen im Betrieb umgesetzt werden.

"Wer mit Service zu tun hat, muss auch für eine gleichbleibende Qualität sorgen", sagte Andreas Weigelt. Der Geschäftsführer des Salzwedler Unternehmens nahm das Siegel am Mittwoch entgegen. Damit bewies er, dass Qualitätsmanagement nicht nur bei Tourismusbetrieben wichtig ist. Von dem Projekt hat er über seine Tochter Lisa Weigelt erfahren. Die junge Frau hat an der Fachhochschule Harz, dem Initiator der Qualitätsinitiative, Tourismuswirtschaft studiert und zusammen mit ihrer Mutter einen Kurs absolviert. Zu den 24 Maßnahmen, die laut Projektplan bis 2014 umgesetzt werden müssen, gehören das automatische Beantworten von E-Mails, eine einheitliche Außendarstellung der Firma und auch bessere Arbeitsbedingungen für die derzeit elf Mitarbeiter. Damit will das seit 1990 bestehende Unternehmen dem Leitsatz der Initiative "Immer wieder besser" gerecht werden.

Ähnliche Ziele verfolgen auch der Klietzer Bürgermeister Jürgen Masch und Schullandheimleiter Stefan Kertz. Ihre Einrichtung ist die dritte im Land, die mit dem Q-Siegel ausgezeichnet wurde. Sie wird seit 1992 hauptsächlich von März bis Oktober von Schulklassen aus verschiedenen Bundesländern genutzt. Vor sechs Jahren wurde die Kapazität von 31 auf 50 Betten erhöht. Das Heim bietet damit Platz für bis zu zwei Klassen. Mit der Einführung des Qualitätssystems wurde nicht nur die Ausstattung erneuert. Die Gäste sollen die Weiterentwicklung des Schullandheims mit ihren Rückmeldungen zukünftig auch beeinflussen können. "Es sind viele kleine Schritte, die wir ohne die Zertifizierung so nicht gegangen wären", sagte der Bürgermeister. Zukünftig soll beispielsweise noch das Außengelände umgestaltet werden.

Ob Hotellerie, Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Handel oder Verkehr: Die Initiative "Service-Qualität" wendet sich an alle Betriebe, die überzeugt sind, dass nur die Verbesserung der eigenen Leistungen den zukünftigen Erfolg am Markt garantiert. Servicequalität ist ein Modell in drei Stufen. Damit haben Teilnehmer die Möglichkeit, sich an die Anforderungen eines Qualitätsmanagements heranzutasten. Seit Mittwoch tragen 165 Unternehmer im Land das Siegel der Stufen I und II. Deutschlandweit haben sich schon über 3000 Betriebe erfolgreich um das Q-Siegel beworben.