Stendal zeigt sich wieder von seiner starken Seite: 86 000 Euro wurden auf 14 Projektträger verteilt, die jetzt im Rahmen von "Stärken vor Ort" Ideen verwirklichen wollen. Es geht um die Qualifizierung und Integration von benachteiligten Jugendlichen und Migranten.

Stendal. Raus aus Lethargie und Zukunftsangst – rein in Aktivität und Zuversicht. So könnte man das Ziel von "Stärken vor Ort" auf eine prägnante Formel bringen. Die von der EU geförderte Initiative des Bundesfamilienministeriums ermöglicht es nun zum siebten Mal auch Stendaler Initiativen, kleinere ambitionierte Projekte durchzuführen, um die schulische, soziale und berufliche Integration von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Frauen mit Problemen beim Einstieg oder Wiedereinstieg in das Erwerbsleben zu unterstützen.

86 000 wurden dafür jetzt auf 14 Projektträger verteilt, die die Förderbescheide am Freitag von Oberbürgermeister Klaus Schmotz entgegennahmen. "Damit wird den Trägern ermöglicht, für viele Menschen in unserer Stadt etwas zu tun, Chancen zu ergreifen, die es anders vielleicht nicht gegeben hätte", sagte Schmotz. Dass die Anträge eine hohe Qualität gehabt hätten, bekräftigte Ina Zerche von einem Potsdamer Beratungsbüro, mit dem die Stadt zusammenarbeitet. "Es sind sehr ambitionierte Zielstellungen von sehr hohem Standard. Und es ist interessant zu sehen, mit welch unterschiedlichen Mitteln und Wegen diese Ziele erreicht werden sollen."

Genau wie in den Jahren zuvor geht es um Ideen, die Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Frauen vornehmlich im Wohngebiet Stadtsee helfen, sich zu qualifizieren, zu integrieren oder den (Wieder-)Einstieg in den Beruf zu schaffen – vom Selbstverteidigungskurs übers Bewerbungstraining und Berufskunde bis hin zur Schneiderwerkstatt (siehe Infokasten).

Dass die Projekte in der Mehrzahl keine Eintagsfliegen sind, davon sind die Koordinatoren überzeugt. "Wir sind realistisch: Die Stärken-vor-Ort-Projekte machen das Leben nicht einfach für alle schöner, aber sie können was bewegen", sagt Uwe Bliefert, der das Programm von Seiten der Stadt betreut. Sei es, dass Jugendliche erkennen, dass ihnen ein klein bisschen mehr Eigeninitiative berufliche Türen öffnen kann, oder dass Ehrenamtler Geschmack an ihrer vorübergehenden Tätigkeit gefunden haben und dabei bleiben wollen.